„Bremen so frei – ein Fest in elf Liedern“

2000 Menschen auf dem Marktplatz: Singen in der Sommerhitze

Line (l.) und Luisa haben das Maskottchen der Schule, einen Fuchs, mitgebracht. Sie haben sichtlich Freude beim Singen. - Foto: mko

Bremen - Von Martin Kowalewski. Der Marktplatz ist voll bei „Bremen so frei – ein Fest in elf Liedern“. Mehr als 2 000 Menschen, überwiegend Kids aus Kindergärten und Schulen, sind bei dem großen Gesangstreffen am Freitagmorgen dabei. Tabea legt sich kräftig ins Zeug bei „Bremer Düne“, ihrer Nummer Eins unter den elf Songs des Treffens.

„Der Song beschreibt einfach gut, wie Bremen sich entwickelt hat“, sagt Tabea (10). Sie singt auch gern mal unter der Dusche, erzählt sie. Der traditionell inspirierte Text scheint vielen der jungen Teilnehmer zu gefallen. „Eine Düne lang und sandig, eine Düne hoch und fest. Diese Düne macht den Eindruck, dass sich darauf rasten lässt.“ Diese Zeilen aus dem Refrain erinnern daran, dass unter den Steinen des Marktplatzes jener Dünensand liegt, auf dem sich die ersten Bremer niederließen.

Tabea besucht die Grundschule St. Magnus. Auf einem langen Ast ist das Maskottchen der Schule montiert: ein Fuchs. So können sich die 100 Schüler aus allen dritten und vierten Klassen gut im Getümmel orientieren. Fünf Lieder haben sie intensiv eingeübt. Und sie kennen die Bedeutung aller Begriffe, die in den bremisch-historischen Liedern vorkommen.

Den Klangteppich zu den vielen und vielfältigen Stimmen liefert eine Jazzband. Mit von der Partie sind die Komponisten der Songs, David Jehn am Kontrabass und Nicolas Jehn (Gitarre). Deren Töchter Sara (16) und Luisa (12) singen. Das passt gut zu dem überwiegend kindlichen Publikum.

Ein prallgefüllter Markplatz: Mehr als 2 000 Menschen beteiligten sich am Freitag am Mitsingfest „Bremen so frei“. Sie sangen elf von der bremischen Tradition inspirierte Lieder. - Foto Kowalewski

Auf der Düne angekommen, haben die bereits besungenen Neu-Bremer einiges zu tun. Das dokumentiert ein Lied. Der freche Text vermittelt eine muntere Haltung: „Zack, ein Markt mit Bann und Zoll! Boing, ein Dom, is’ der nicht toll? Und mit einem schicken Wappen müsst’ es mit der Stadt wohl klappen.“ Gesungen klingt das nach Blues und aus Kindermündern wirklich herzerfrischend.

Auch Erwachsene beteiligen sich. Bürgermeister Carsten Sieling, Alt-Bürgermeister Henning Scherf (beide SPD) und Bürgerschaftspräsident Christian Weber lassen es sich nicht nehmen, aus vollen Kehlen zu singen. Eine Gruppe von Senioren hat sich hinten am prallgefüllten Marktplatz zusammengefunden. Darunter ist Brunhild Osmer. Die heute in Ottersberg lebende gebürtige Bremerin hat in der Zeitung von der Veranstaltung mit dem bremischen Liedgut aus der Feder von Imke Burma gelesen.

„Bremen so frei“ auf dem Marktplatz

 © Martin Kowalewski
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„Ich habe mir gesagt, diesmal muss ich da hin. Da sing' ich mit“, erzählt die 69-jährige Osmer.

Die Klasse 5m vom Kippenberg-Gymnasium hat seit den Osterferien jede Woche zwei Stunden für den großen Tag geübt. Kleine Gruppen zu je drei Schülern haben die Songs vorbereitet, so Musik-Lehrerin Iris Welzel. Jan (11) war mit zuständig für den Song „Linzer Diplom“. „Wir haben den Song ein paarmal angeguckt. Und wir mussten den Text lernen“, sagt er.

Dieser Song erklärt auch den Namen und das Datum der Veranstaltung. Am 1. Juni 1646 setzte Kaiser Ferdinand seine Unterschrift unter das „Linzer Diplom“ und sprach Bremen die Reichsunmittalbarkeit zu. Bremen war damit nur noch dem Kaiser untertan.

Organisiert wurde das zweite große Mitsingfest, das etwa eine Stunde dauerte, von einem Team um die Universitäts-Musikdirektorin Susanne Gläß und dem Kulturmanager und Musiker Markus Riemann mit Unterstützung verschiedener Bremer Ressorts. Offizieller Veranstalter war die Gesellschaft dem Namen „M3B“ – besser zu verstehen als Stadthalle, Messe & Co.. „Wir wollen im nächsten Jahr wiederkommen. Das soll eine Tradition am 1. Juni werden“, sagt Riemann.

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