Saison-Premiere: Klaben-Anschnitt auf dem Bremer Marktplatz / Verkaufserlös geht ans Kinderhospiz „Löwenherz“

Markenartikel mit 150 Kilogramm Rosinen

Greifen zum Messer: Fanny Lanfermann („Löwenherz“) und Frank Thräm (Bäcker-Innung) am Klabentisch. ·
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Greifen zum Messer: Fanny Lanfermann („Löwenherz“) und Frank Thräm (Bäcker-Innung) am Klabentisch. ·

Bremen - Von Thomas KuzajMit langen Messern standen sie auf dem Marktplatz. Gebannt folgten die Schaulustigen ihren Bewegungen. Und da war es geschehen – angeschnitten! Der erste Klaben der Saison. . .

Das durch und durch bremische Traditionsbackwerk, das in der kalten Jahreszeit zur Hansestadt gehört wie der Christstollen zu Dresden, feierte gestern seine Premiere. In einer Ära allseits propagierter leichter Kost wirkt der Bremer Klaben wie aus der Zeit gefallen – oder besser: geplumpst. Aber das macht nichts.

Schon mehr als eine Viertelstunde vor dem offiziellen Anschnitt bildeten sich auf dem Marktplatz gestern lange Schlangen. Viele der Klaben-Liebhaber wissen aus langjähriger Erfahrung, dass man hier pünktlich sein muss, wenn man eines der ersten Stücke ergattern möchte.

Aber es war ja auch genug da. 100 Meter Klaben hatte die Bäcker-Innung bereitgestellt – in fünftägiger Arbeit gebacken von Harald Sager und Hans-Jürgen Schröder. Die Zutaten? Bei dieser Länge eine ganze Menge. Sager: „150 Kilogramm Mehl, 60 Kilogramm Butter, 150 Kilogramm Rosinen, Orangeat, Succade und Mandeln.“

Das Ergebnis wurde gestern für einen guten Zweck verkauft – auch das traditionsgemäß. „Ein Stück für fünf Euro, eine Scheibe für zwei Euro“, sagte Sager. Der Überschuss aus dem Klaben-Premierenverkauf ist in diesem Jahr für das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke gedacht.

Und so hatte Fanny Lanfermann, die stellvertretende „Löwenherz“-Geschäftsführerin, die ehrenvolle Aufgabe, als erste zum Messer zu greifen, um den Klaben anzuschneiden – gemeinsam mit Frank Thräm, dem stellvertretenden Obermeister der Bäcker-Innung. Innungs-Obermeister Wilfried Schnaare musste kurzfristig absagen – er liegt im Krankenhaus.

Der Klaben, in Akten des Rats anno 1593 erstmals erwähnt, ist ein echtes Produkt der Hafenstadt Bremen. Wichtige Zutaten kamen von weit her und machten diese Spezialität erst möglich. 1637 schlossen sich die Klaben- und Kuchenbäcker zu einer Gilde zusammen – nachzulesen in einer kleinen Klabenbroschüre, die die Klaben- und Kuchenbäcker von heute gestern auf dem Marktplatz verteilten.

Der Bremer Klaben ist, wie es bei der Bäcker-Innung heißt, „auf europäischer Ebene markenrechtlich geschützt“. Kurzum – er ist eine Marke.

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