140 Boote bei der Schiffsparade auf der Weser

„Gräfin“ trifft „Killer“

Bremen - Von Martin Kowalewski. Die „Gräfin Emma“ macht sich auf den Weg zum Treffpunkt. Die Liegeplätze am Ufer der Weser sind alle belegt. Ein Besucher nach dem anderen legt ab, um sich hinter der „Gräfin Emma“, die inzwischen vor der Überseestadt gewendet hat, einzureihen und Teil der Schiffsparade auf der „Maritimen Woche“ zu sein. Das wirkt teilweise etwas konfus, klappt aber dennoch reibungs- und vor allem kollisionslos. Ein Besucher bezeichnet die Schiffsparade als „prächtigen Anblick“.

Auf der Weser sind am Sonnabend auch Amphibienfahrzeuge dabei, Autos, die auch wie ein Boot durchs Wasser fahren können. Der Fahrer ist dabei ziemlich nahe an der Wasseroberfläche und, wenn größere Schiffe Wellen machen, schaukeln diese Fahrzeuge schon etwas. Die sogenannte „Amphicars“ sind umgebaute viersitzige Cabrios von Anfang der 60er Jahre. Das sportliche Boot „Cigarette Top Gun“ hat einen Supermann auf dem Rumpf gemalt. Relativ prächtig wirken die „Money Killer“ und die dunkel gehaltene „Bonjour“. Das Museumsschiff „Bremen“, ein ehemaliger Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, wirkt noch recht fidel.

Kompakt und sehr sportlich gleitet die „Anna von Bremen“ durch das Weserwasser. Noch agiler wirkt die „Sentimental Journey“, ein Luftkissenboot mit einem schnell drehenden Propeller auf dem Heck als Antrieb. Pünktlich um 15 Uhr geht es los. Die „Gräfin Emma“ nimmt ordentlich Fahrt auf. Der Grund: Die Flut kommt und für das vergleichsweise hohe Ausflugsschiff könnte etwas später eng unter der Bürgermeister-Smidt-Brücke werden. Doch die Brücke ist schnell passiert. Wie eine lange Kette am Heck der „Gräfin Emma“ bahnt sich die Schiffsparade ihren Weg stromaufwärts.

Das wohl wichtigste Gefährt in der Parade huscht schnell und dynamisch zwischen anderen Teilnehmern hindurch. Auf einem kleinen roten Boot sitzt Andreas Haillier, Einsatzleiter bei der Wasserschutzpolizei. Angeblich soll auch per Funk schnell deutlich werden, dass Hailler die Hosen anhat und sich schnell durchsetzen kann.

Jens Meirich aus Blumenthal schaut fasziniert vom Heck der „Gräfin Emma“ auf die Parade. Er hat einst für eine Bootsfirma und auch die Werft Bremer Vulkan gearbeitet. „Ich finde besonders die Amphibienfahrzeuge toll“, sagt er. Besonders mag er auch das Schiff „Kleiner Rumtreiber“, natürlich auch wegen des Namens.

Jan-Peter Halves ist hochzufrieden. „Wir haben eine schöne klare Luft, es ist trocken und wir schwitzen sogar und das im September. Mehr kann man nicht erwarten“, sagt der Geschäftsführer der Einzelhändlervereinigung City-Initiative, die die „Maritime Woche“ organisiert. Angemeldet hätten sich 120  Boote und Schiffe. Halves schätzt aber, dass sogar etwa 140 zur Parade gekommen sind. „Zum Beispiel melden sich die Amphibienfahrzeuge nicht an, sondern kommen einfach und fahren ins Wasser. Auch viele kleinere Boote kommen einfach so.“

Maritime Woche: Schiffsparade auf der Weser

Die Teilnehmer haben praktisch alle einen Befähigungsnachweis, da kaum Boote unter 15 PS dabei sind. „Die Teilnehmer dürfen während der Fahrt auch keinen Alkohol trinken. Es ist viel schwieriger, bei so einer Parade mitzufahren, als einfach über einen See zu schippern“, sagt Halves. „Da sind viele Schiffe um einen herum. Die wenden plötzlich oder ändern auch mal die Richtung.“

Die Schiffsparade ist im Laufe der Jahre gewachsen. Bei der ersten Parade vor rund zehn Jahren waren noch 55  Schiffe dabei. Doch die Kapazität ist erschöpft. „Uns geht es nicht darum, immer mehr Schiffe hier zu haben. Wir haben bei der jetzigen Größe gar keine Liegeplätze mehr frei. Bei der Anmeldung gilt, wer zuerst kommt, malt zuerst“, sagt Halves.

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