Serie „Verschwunden“

Tiefergelegt: Der Marcusbrunnen im Bürgerpark

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Planen verdecken die Baustelle. Der Marcusbrunnen im Bürgerpark wird gegenwärtig saniert.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Wir treffen uns am Marcusbrunnen!“ Ein Satz, der gegenwärtig nicht so recht möglich ist. Denn der Marcusbrunnen, eines der Wahrzeichen des Bürgerparks, ist verschwunden - allerdings nur auf Zeit. Gleichwohl ist er heute Thema unserer Serie „Verschwunden“. Manchmal rückt das, was nicht mehr zu sehen ist, ja erst so recht ins Bewusstsein - der „Christo-Effekt“.

Nun, wer sich dieser Tage am Marcusbrunnen verabredet, trifft sich an einem Platz mit Absperrgittern und Planen. Davor Sitzbänke mit Aussicht auf diese Szenerie. Hinter und unter den Planen läuft die Grundsanierung des Brunnens, die etwa 200.000 Euro kostet. Und die deutlich länger dauert als ursprünglich geplant.

Begonnen hatten die Arbeiten Ende 2017. Der Brunnen, der unter Denkmalschutz steht, wurde auseinandergenommen, fachgerecht demontiert. In den Jahren zuvor war der Untergrund abgesackt. Und das ungleichmäßig. Am Ende stand eine Schieflage von mehreren Zentimetern - nicht gut für einen Brunnen. Das Wasser verteilte sich nicht mehr richtig in den Schalen und floss nicht, wie es soll, zumal die Brunnentechnik auch so ihre Störungen hatte. Und aus Rissen leckte es.

Also Grundsanierung. Mit dem Ziel, die Arbeiten im April 2018 abzuschließen. Daraus aber wurde nichts. Denn es passierte, was zuweilen so passiert, wenn Menschen etwas anpacken - es wurde ein Fehler gemacht.

Eine Firma goss ein neues Betonfundament für den Brunnen. Allerdings „20 Zentimeter zu tief“, wie Parkdirektor Tim Großmann sagt. Ursache für die falsche Berechnung sei ein Zahlendreher gewesen. Entdeckt wurde der Fehler, als der Brunnen schon wieder fast komplett aufgebaut worden war. Plötzlich fiel ins Auge, dass im Verhältnis zur Pflasterung etwas nicht stimmte. Der Brunnen wirkte tiefergelegt.

Bauunternehmen übernimmt Verantwortung

Das Bauunternehmen habe die Verantwortung für den Fehler übernommen, so Großmann. Um das Fundament wieder zu erhöhen, musste der Brunnen erneut abgebaut werden. Mittlerweile seien unter der Plane „fast alle Sandsteinelemente wieder aufgebaut“. Leitungs- und Installationsarbeiten sind noch im Gange. Die Plane bietet den Beteiligten Wetterschutz. Wenn es wärmer wird, steht noch ein „Dichtigkeitsanstrich“ an, danach - wohl im April - folgen Testläufe. Im Mai soll der Marcusbrunnen wieder sprudeln.

Seinen Namen hat er vom Senator und späteren Bürgermeister Victor Marcus (1849 bis 1911), der den 1889/90 errichteten Brunnen gestiftet hatte. Der Entwurf stammt von August Töpfer (1834 bis 1911), die Brunnenschale ist aus Bronze. Bronzene Pferde und Meereswesen wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1975 ergänzte der Bildhauer Claus Homfeld den beliebten Treffpunkt um mehrere Schalen.

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