„Auf einen Espresso“ mit Musikprofessor Heiner Buhlmann

Ein Mann und seine Maus

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Heiner Buhlmann ist nicht allein unterwegs, sondern immer mit Maus. ·

Bremen - Von Ilka LangkowskiHeiner Buhlmann ist Musikprofessor, leitete viele Jahre die Musikschule, das Jugendsinfonieorchester Bremen-Mitte (JSO) und die Jugendsinfonietta. Das dazugehörige „Internationalen Jugendsinfonieorchester Bremen“ (IJSO) lockt jährlich bis zu 190 Musiker aus über 20 Ländern an die Weser.

Neben Rundfunk- und Fernsehaufnahmen ist das traditionelle Open-Air-Konzert „Musik und Licht am Hollersee“ mit durchschnittlich 22 000 Besuchern der jährlicher Höhepunkt im Spielplan des Jugendsinfonieorchesters. Zu Buhlmanns Aufgaben gehört es, internationale Reisen zu organisieren, die Literaturauswahl zu treffen, Noten abzuändern, wenn etwas unspielbar ist, und Kontakte zu Sponsoren zu halten. Auch auf lästige Aufgaben wollte der beherzte Musiker nicht verzichten. „Alles gehört zusammen, die Dinge kann man nicht trennen.“

Vergangenes Jahr probte Buhlmann mit dem Arab Youth Philharmonic Orchestra für die „Young Euro Classic 2013“ in Berlin. „Viele der jungen Leute kamen aus Krisengebieten, erzählt Buhlmann. Einem Musiker sei an der Grenze das Fagott abgenommen worden, begleitet von dem Kommentar, doch lieber zum Militär zu gehen, sagt Buhlmann, der mit den Jugendlichen über zehn Tage probte. Die Musik habe die Jugendlichen schließlich auf andere Gedanken gebracht, erzählt er.

Buhlmann hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Der Musikprofessor hat eine kleine glasierte Maus aus Ton dabei. „Die Maus begleitet mich immer, wirklich immer, auf Reisen – zu Konzerten und wichtigen Veranstaltungen“, sagt er, „mindestens schon seit 20 Jahren.“

Damals war er viel unterwegs und nicht immer davon begeistert. Einmal habe seine Frau ihm heimlich die Maus in den Koffer gepackt. Als Leiter der Musikschule war Buhlmann damals auch als Vertreter des Landesverbandes unterwegs. Bei „dieser wichtigen Reise“ ging es um die Zukunft der Musikschule. „Die Reise verlief sehr gut“, freut sich Buhlmann noch heute.

Ein Kollege gab ihm Hilfestellung, so dass er mit neuem Mut und einer Strategie zurück nach Bremen fahren konnte. Abends im Hotel bemerkte er dann den „blinden Passagier“ in seinem Koffer. Seitdem werde man ihn bei wichtigen Reisen nicht ohne die Maus antreffen, versichert der Professor. Auch in Berlin war der kleine Glücksbringer dabei. Als seine Frau zum Konzert nachreiste, waren dort bereits Mann und Maus ... Der Auftritt mit den jungen arabischen Musikern wurde ein voller Erfolg. „Bei Urlaubsreisen ist die Maus nicht dabei“, sagt Buhlmann und lacht „... aber bei allen Zahnarztterminen“.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Heiner Buhlmann:Wohlfühlen, der Bürgerpark, die Familie und das Konzerthaus „Glocke“. Schön ist es, Bremen wie ein Tourist zu erleben und mit viel Zeit durch den Schnoor gehen. Es ist eine wunderschöne Stadt. Last but not least, verbindet mich die Arbeit mit Orchester mit Bremen.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Buhlmann:Mahndorf, wo ich wohne. Es ist nicht zu eng, mit netten Nachbarn und einer schönen Umgebung.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Buhlmann:Das Bremer Loch, die Altstadt und den Schnoor mit Nachtwächterführung.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Buhlmann:Die Maus zählt wohl nicht? (lacht) Ich habe kein Lieblingstier.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Buhlmann:Bei schönem Wetter sofort eine Flugstunde nehmen. Mein Fluglehrer ist sehr streng, aber wenn er bei Aufgaben sagt: „Perfekt“, dann könnte ich die Welt umarmen. Am Nachmittag würde ich dann Fahrradfahren.

Was macht Sie schwach?

Buhlmann:Eis, Cappuccino und Puffer.

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