Manfred Wolny macht Bühnenkarriere am Packhaustheater

Der Mann, der Holger sein wollte

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„Das ganze Leben ist Theater“: Manfred Wolny in „Zivilkleidung“ im Bühnenbild der Komödie „Liebe, Lust und Lockenwickler“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Wer will Holger sein?“ Diese Frage stellte unsere Zeitung im September 2014. Und das hatte Folgen. Manfred Wolny, der damals in Hagen-Grinden (Langwedel) lebte, wollte Holger sein. Und meldete sich beim Packhaustheater im Schnoor, wo ein Komparse für die Komödie „Tussipark“ gesucht wurde.

Der Rest ist Geschichte, wie es so schön heißt. Der Beginn einer Bühnenkarriere! Denn Wolny bekam die Rolle und wurde zum Parkhauswächter Holger. Und stand als einziger Mann zwischen vier Frauen auf der Bühne. „Tussipark“ wurde ein Erfolg.

Das Ensemble spielte das Stück auch auf den Boulevard-Bühnen von Bielefeld, Lübeck und Kassel, die wie das Packhaus zum Theater-Imperium von Knut Schakinnis gehören. Was soll man sagen? 254 Mal hat Wolny den Holger gegeben – so oft wie keine der „Tussis“, denn die wechselten auch mal. 257 Vorstellungen gab es insgesamt. „Einmal war ich krank, einmal war eine wichtige Geburtstagsfeier, einmal weiß ich nicht mehr“, sagt Wolny mit einem Augenzwinkern zu seinen drei „Fehltagen“.

Er sitzt im Packhaus, denn er hat dort schon wieder zu tun. Nach dem angetrunkenen Parkwächter aus „Tussipark“ spielt er nun einen Polizisten in der neuen Packhaus-Produktion „Liebe, Lust und Lockenwickler“. Die musikalische Komödie der Bremer Schauspielerin und Regisseurin Martina Flügge wird am Donnerstag, 1. Dezember, um 20 Uhr uraufgeführt (wir berichteten).

So kurz vor dem großen Tag. . . doch Wolny, 58, wirkt ganz unaufgeregt. Dabei hat er „vier Auftritte“ und „mehr Text“ und muss zum Schluss auch noch einen Rap-Song mitsingen. Aber er sagt eben auch: „Schauspiel war schon immer mein Ding.“ Das Theater habe ihn schon früher fasziniert. Denn: „Das ganze Leben ist Theater.“ Es sei „eine schöne Ablenkung“. Manfred Wolny: „Man kommt vollkommen raus aus dem realen Leben und kann zugleich das reale Leben gut persiflieren.“

Im realen Leben ist Wolny im öffentlichen Dienst gewesen. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er frühpensioniert. So drängte sich das Theater wieder in den Vordergrund. Als er sich 2014 beim Packhaustheater meldete, konnte Wolny schon auf eine jahrelange Bühnen- und Komparsen-Erfahrung verweisen.

Obendrein hatte er mit seiner früheren Partnerin ein Boulevardstück („Ehe-Szenen“) geschrieben. Und: „Ich habe in diversen Bremer ,Tatorten‘ mitgespielt.“ Allerdings „ohne Sprechrollen“.

Eben die bietet ihm aber nun ja das Packhaustheater. In „Liebe, Lust und Lockenwickler“ werden verschiedene Damen in einem Frisiersalon eingeschlossen – und da muss der Polizist natürlich einschreiten, keine Frage. Ein richtiger „norddeutscher Beamter“ sei das, sagt Wolny. „Mit Slang und so.“

Und damit ist der Mann, der Holger sein wollte, nun auch noch zu einem Polizeibeamten geworden – auf der Bühne jedenfalls.

www.packhaustheater-im-schnoor.de

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