Mangelnder Wind hält die bunten Werke beim Drachenfest weitgehend am Boden / Organisator: „Das ist Pech“

Flaute an der Weserpromenade

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Einleiner sind nicht steuerbare Drachen, die bei konstantem Wind normalerweise stundenlang in der Luft stehen können – doch bei Flaute wird‘s schwierig.

Bremen - Von Annika Grunert. Ein schwarzer Vogel mit gelbem Schnabel und orangefarbenen Füßen schwebt an der Weserpromenade über in Gröpelingen. Ein paar Meter weiter rechts sieht man einen neongelb- und orange-gestreiften Drachen in der Luft, aber das war es dann auch schon. Bunt geht es erst einmal nur am Boden zu.

Auf der 1 000 Meter langen Promenade an der „Waterfront“ liegen hier und da bunte Stoffe. Kreuz und quer verteilen sich Leinen über das Pflaster. Der eine oder andere versucht schließlich doch sein Glück. So wie Martin Völker aus Bockhorn. Er greift sich die Schnüre und versucht, das grau-rote Spinnenrad wenigstens kurz in die Luft zu bekommen. Windstärke 2 reicht für solche Einleiner völlig aus, und schon könnte Völker ihn für mehrere Stunden in bis zu 30 Metern Höhe stehenlassen. Aber an diesem Sonnabend ist Flaute angesagt. Der Wind spielt einfach nicht mit, und so zieren die Drachen zunächst nur den Boden.

Bei dem sechsjährigen Tyler klappt es hingegen etwas besser. Gemeinsam mit seiner Oma ist er zum ersten Mal beim Drachenfest, um das Werk seines Opas auszuprobieren und siehe da – er kann den Lenkdrachen einige Zeit durch die Luft ziehen. Allerdings ist dieser um einiges kleiner und leichter als die der Profis. Und somit benötigt Tylers Drachen auch weniger Wind. Die kleinen Böen reichen schon aus, damit er in der Luft schwebt und Tyler so zum Lachen bringt.

Familie Rempe hatte sich etwas mehr erwartet von dem Spektakel: „Es ist leider zu klein und zu wenig los“, sind sich die drei einig, auch wenn ihnen die Drachen an sich sehr gut gefallen. Denn inzwischen reicht der Wind aus, um einen riesigen Schlumpf und Oktopus in die Luft zu heben. Auch ein gelber Gecko mit schwarzen Streifen und roten Augen steigt Himmel empor.

Eine halbe Stunde können nun die Drachenflieger zumindest einige ihrer selbstgebauten Ein- bis Vierleiner am Himmel halten. Uwe Schwettmann von Kultur Nord aus Oldenburg, der in Kooperation mit dem Einkaufszentrum „Waterfront“ das Drachenfest organisiert hat, sieht es gelassen: „Das mit dem Wind ist zwar Pech, aber wir freuen uns trotzdem, dass wir hier sein können. Normalerweise sind wir an den Küsten unterwegs. Und jetzt mal in der Stadt zu sein, das ist einfach toll.“ Für ihn und die insgesamt 45 Drachenflieger aus ganz Deutschland ist auch klar, dass durch die Gebäude ringsherum nicht genug Wind aufkommen kann. Für sie ist es in Ordnung, dass ihre Werke nur für kurze Zeit am Himmel zu bestaunen sind.

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