Junger Syrer lernt Alltag in Altenheim kennen

„Man muss ihn gern haben“

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Hilde Schmincke und Tarek auf dem Tandem.

Bremen - „Er hat so etwas Gewinnendes – man muss ihn einfach gern haben“, sagt Sabine Drinnhaus, Leiterin des Stiftungsdorfes Rablinghausen, und spricht damit etlichen Mitarbeitern ihres Hauses aus dem Herzen. Die Rede ist von Tarek Mezal, einem von mehr als 2 000 unbegleiteten minderjährigen Ausländern (Uma), die in Bremen leben. Tarek ist 16 Jahre alt und kommt aus Syrien. Er hat gerade drei Wochen ein Praktikum in der Pflegeeinrichtung absolviert.

Hilde Schmincke, regelmäßiger Gast der Tagespflege im Stiftungsdorf, hört das nur zu gerne. „Er hat sofort angepackt und einfach mitgemacht – auch beim Kegeln, was er aus seiner Heimat ja nicht kannte. Wir waren alle ganz erstaunt, wie gut er schon Deutsch spricht, obwohl er doch erst ein Jahr bei uns im Land ist“, sagt sie. Gemeinsam mit den anderen Tagespflege-Besuchern hatte sie ihre Freude daran, seinen Wortschatz zu erweitern, etwa durch „Kartoffeln pellen“, wie Tarek lachend erzählt.

Das neue Wissen kam ihm gleich zugute, als er in den Bereich Hauswirtschaft hineinschnupperte und hier beim Kochen half. „Ich mache das gerne und kann auch schon einiges, zum Beispiel mein Lieblingsgericht Nudelsalat“, sagt er. Seine neuen „Kollegen auf Zeit“ hätten es ihm leichtgemacht. „Alle waren sehr nett und haben mir viel erklärt – auch wenn ich mal etwas nicht sofort verstanden habe.“ Einmal etwa fragte man ihn nach einem Tablett, woraufhin er sich suchend nach Tabletten zum Einnehmen umsah.

„Was uns begeistert: Er lernt schnell und bringt sich – obwohl er noch so jung ist – ganz viel ein“, so Drinnhaus, die sich freut, dass Tarek dem Haus weiter verbunden bleibt. Zustandegekommen war das Praktikum auf Wunsch des Jungen. Der Schüler einer Vorklasse im Schulzentrum Utbremen interessiert sich für den Beruf des Altenpflegers. „Ich möchte gerne mit Menschen arbeiten, und das kann man hier“, sagt er.

Hilde Schmincke drückt dem 16-Jährigen die Daumen, dass er bald eine Pflegefamilie findet. „Das ist nämlich sein großer Wunsch.“ Interessierte Familien erfahren mehr dazu über den Verband „Pflegekinder in Bremen“ (PiB) unter der Rufnummer 0421/95 88 200.

gn

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