Ein Herz für Beat und Folk

Maite Kelly spricht über ihren Weg zum Schlager

Maite Kelly gastiert im Rahmen ihrer Tournee am 13. November in der Bremer Glocke. Jetzt sprach die 37-Jährige mit unserer Zeitung über ihren Weg aus der singenden Kelly-Family zum Schlagerstar.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Maite Kelly, Fans bekannt als zweitjüngstes Kind der Kelly-Family, ist zu einem bekannten Schlagerstar geworden. Am Montag, 13. November, gastiert sie im Rahmen einer Zusatztour mit ihrem Programm „Sieben Leben für Dich“ in der Glocke.

Schon als Kind war sie stets von Größen des Schlager-Business umgeben. Wir sprachen mit Maite Kelly (37) über ihren Stilwechsel, Erfahrungen mit dem Bremer Publikum und die Zusammenarbeit mit Roland Kaiser, die starken Einfluss auf die in Berlin aufgewachsene Sängerin hatte.

Sie haben in jungen Jahren mit der Kelly-Family in der Bremer Fußgängerzone gespielt. Können Sie sich noch daran erinnern?
Maite Kelly: Ich kann mich gut an die Bremer Fußgängerzone und an die Stadtmusikanten erinnern. Ich habe auch eines meiner ersten Solo-Konzerte in einer Bremer Kirche organisiert. Der Bremer ist ein kultivierter, musikliebender, bodenständiger Mensch. Mit Bremern kommt es immer zu einem besonderen Austausch zwischen Publikum und Künstler. Die Zuhörer sind immer ganz da. Das ist nicht überall so.

Der Wechsel in die Schlagerbranche brachten Ihnen einen grandiosen Erfolg. Haben Sie Ihre Fans dafür auswechseln müssen?
Kelly: Nee, ich glaube nicht. Das war ein ganz organischer Prozess. Mein erstes Album war auch sehr retro. Meine Fans wissen, dass ich ein experimentierfreudiger Mensch bin. Im Vergleich zu den anderen Kellys war ich immer sehr beatig. Mein Vater sagte immer, ich hätte ein Herz für Beat und Folk. Ich sei „unsere Donna Summer“. Die brachialen Beats kamen dann durch die Zusammenarbeit mit Roland Kaiser. Es gibt kein anderes Genre, das so offen ist wie Schlager.

Sie sagen, Roland Kaiser habe den Schlagerstar und den Entertainer in Ihnen erkannt. Erzählen Sie doch mal ein bisschen von der Zusammenarbeit.
Kelly: Er ist ein Meister. Ich habe mitgekriegt, dass er keine Platten mehr verkauft. Ich wusste, ich habe einen passenden Song für ihn, „Sag‘ bloß nicht hallo“. Danach kam „Warum hast Du nicht nein gesagt“. Alles entwickelte sich ganz organisch. Er und ich haben zusammengearbeitet. Zwischen uns war keine Plattenfirma. Er hatte ein Publikum wie es auch wir Kellys hatten, offen und tolerant. Er sagte zu mir, „Du bist Dir nicht bewusst, was für eine Präsenz Du auf der Bühne hast“. Ich bin eigentlich kein Selbstdarsteller. Manchmal braucht man eben einen Schub. Der Entertainer ist nur ein Mittel für andere. Er ist ein Meister, der Lebensweisheit mitgibt.

Kommen neben Schlagern auch Songs aus Ihrer Zeit bei der Kelly-Family im Programm vor?
Kelly: Ich spiele auch ältere Sachen aus der Kelly-Zeit. Das Programm ist eine Reise, dabei sind auch alle Hits aus meiner Kindheit. Ich gebe den Zuschauern auch die Musik, die mich als Kind bewegte und zu der Künstlerin machte, die ich heute bin. Ich war als Kind umringt von Schlagerstars wie Mireille Mathieu. Ich saß auf dem Schoß von Udo Jürgens. Die Schlagerstars waren zu Fernsehshows eingeladen, wo wir als folkloristische Gruppe auftraten.

Die Kelly-Family agiert im höchsten Maße international. Ist Ihr Wechsel zum Schlager so was wie ein Bekenntnis, dass Sie sich jetzt ganz auf die deutsche Musikszene spezialisieren wollen?
Kelly: Deutsche Musik wird auch in Österreich, der Schweiz und sogar im nördlichen Frankreich gehört. Ich bin damit sehr gut ausgelastet. Die Freude an Musik steigt nicht dadurch, dass man stärker international agiert. Künstler haben letztlich immer zwei Wünsche: eine beständige Karriere und die Möglichkeit, sich zu verwirklichen. Ich könnte mir nicht vorstellen, wieder englische Texte zu schreiben. Ich habe ein musikalisches Standing gefunden, dort, wo ich am liebsten lebe. Ich muss nicht um die Welt fliegen, um das zu tun, was ich am meisten liebe.

Maite Kelly gastiert am Montag, 13. November, 20 Uhr, in der Bremer Glocke (Domsheide). Karten ab etwa 40 Euro gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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