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Mahnmal kommt an die Bremer Weser-Arkaden

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Von: Thomas Kuzaj

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Bei den Weser-Arkaden soll das Mahnmal errichtet werden – in der Nähe der Wilhelm-Kaisen-Brücke und in der Nähe des Speditionsunternehmens Kühne und Nagel.
Bei den Weser-Arkaden soll das Mahnmal errichtet werden – in der Nähe der Wilhelm-Kaisen-Brücke und in der Nähe des Speditionsunternehmens Kühne und Nagel. © Kuzaj

Bremen – Das Bremer Mahnmal zur Erinnerung an den Raub jüdischen Eigentums während der NS-Zeit entsteht an den Weser-Arkaden in Höhe Tiefer. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Der Entscheidung waren jahrelange Planungen und Diskussionen vorausgegangen.

Nun sollen die Arbeiten im Sommer beginnen – voraussichtlich im Juni. Die Errichtung des Mahnmals geht auf einen Beschluss der Stadtbürgerschaft vom 8. November 2016 zurück. Zunächst waren die Stufen am Schlachte-Boulevard (in Höhe der Zweiten Schlachtpforte) als Standort dafür vorgesehen – ein Ort allerdings, an dem bei gutem Wetter gerne und oft gefeiert wird.

Auf Wunsch einer Bremer Initiative, die das Mahnmal-Projekt initiiert hatte, und der Jüdischen Gemeinde wurde mit dem (nicht denkmalgeschützten) Aufgang neben den Arkaden an der Ostseite der Wilhelm-Kaisen-Brücke ein alternativer Standort gefunden. Für die Prüfung dieses Vorschlags hatte sich die Grünen-Fraktion eingesetzt.

Gesamtkosten liegen knapp unter einer halben Million Euro

„Der Standort an der Tiefer ist eine gute Wahl: Er ist künstlerisch überzeugend, hat den Rückhalt der Jüdischen Gemeinde und ist kostengünstiger als die Ursprungsvariante an der Schlachte. Jetzt geht es darum, das Vorhaben zeitnah zu einem guten Ende zu führen“, erklärte Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD). Die Gesamtkosten bezifferte das Kulturressort am Dienstag auf etwa 476.000 Euro.

Verwirklicht wird ein Entwurf der Künstlerperson Evin (früher: Angie) Oettingshausen, das über zwei Fenster Einblicke in einen entstehenden, schachtartigen Raum ermöglichen soll – von der Uferpromenade am unteren Treppenpodest sowie von oben durch ein horizontales und begehbares Fenster. In dem Raum sollen zwei je drei Meter hohe Wandplatten aus Beton aufgehängt werden, auf denen durch Gestaltung der Oberflächenstruktur schemenhafte Schattenwürfe von Möbeln zu sehen sind. Der etwa sechs Meter hohe und praktisch leere Raum in der Treppennische steht symbolisch für das geraubte Hab und Gut jüdischer Bürger.

Es ist möglich, dass das Mahnmal in diesem Jahr noch nicht fertig wird. Da das Bauwerk außerhalb der Sturmflutsaison gebaut werden muss und für die Fertigstellung vier bis fünf Monate benötigt werden, fallen die letzten Monate der Bauzeit schon in den hochwasserkritischen Zeitraum.

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