175 Jahre Vitakraft: Heimtierfutter aus Bremen wird in die ganze Welt exportiert

Mahlzeiten für den Mops

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Dieter Meyer (l.) und Christoph Wührmann vor dem „Pet’s Corner“ in der Bremer Europa-Zentrale von Vitakraft. ·

Bremen - Von Ilka Langkowski„Die ,Heart- breaker’s’-Produkte sind neu und laufen parallel zur Dachmarke Vitakraft. Sie richten sich an überwiegend kleine bis mittelgroße Hunde, von oft weiblichen, jungen, urbanen Besitzerinnen.“ Das sagt Christoph Wührmann, einer der Geschäftsführer des Tierfutterkonzerns.

Unter der Marke Vitakraft wird Futter und Zubehör für Heimtiere vom Wellensittich, über den Mops bis zur Dogge angeboten und in 20 Länder verkauft. Allein in Europa zählt das Bremer Unternehmen 5 000 Handelspartner, 40 000 Verteilstellen im Lebensmittelhandel und 10 000 im Zoofachhandel. Der größte Markt liege in Nordamerika mit 27 Milliarden Euro Umsatz in den USA und Kanada, sagt Dieter Meyer, Pressesprecher des Unternehmens. Mitteleuropa folge mit rund 26 Milliarden Euro auf Rang zwei, gefolgt, mit einigem Abstand, von Asien, dem pazifischen Raum und Südamerika. Das meiste Geld pro Kopf geben die Deutschen für ihre Hunde aus, während die Briten mit acht Millionen Vierbeinern fast doppelt so viele Hunde halten wie die Bundesbürger. In deutschen Haushalten gibt es hingegen acht Millionen Katzen.

Das Wachstum in der Heimtierhaltung in Asien sei getrieben von einem wertekulturellen Wandel, sagt Meyer. Vier Firmenvertretungen hat Vitakraft im asiatischen Bereich – in Singapur und China. Ende der 70er Jahre hatte der heutige Vorstand Heiko Wührmann die internationale Expansion vorangetrieben. Dabei haben sich die Futtersorten immer stärker individualisiert. Während es früher für jede Tierart ein Standardfutter gab und vielleicht eins für Jungtiere, haben die Sorten heute fast den Status von Humanernährung, sagt Meier. Je nach Haltung, Rasse und Typ gebe es spezielle Zusammensetzungen. Selbst für kastrierte Tiere bietet Vitakraft das passende Futter.

In den vergangenen Jahren habe es fundamentale Veränderungen im Markt gegeben, erzählt Meyer. Handelsmarken hätten sich zum stärksten Wettbewerber entwickelt, es gibt neue Segmente für Spezialfutter, Bio-Produkte oder ganz neue Zielgruppen, wie etwa die der „Heartbreaker’s“- Produkte, auf deren portionierter Ein-Tages-Mahlzeit ein Mops mit Fliege und Smoking abgebildet ist.

Im „Pet‘s Corner“ präsentiert das Unternehmen auf 800 Quadratmetern seine Artikel in modernen und edlen Auslagen. Im „Pet’s Universe“ erzeugen Filmaufnahmen in einem verspiegelten Halbrund ein beeindruckendes optisches Erlebnis und zeigen das emotionale Verhältnis des Menschen zu Tieren.

Das Familienunternehmen wird dieses Jahr 175 Jahre alt und mittlerweile in der fünften Generation geführt. Den Grundstock für den heutigen Erfolg legte Heinrich Wührmann im Jahr 1837 mit einem Landhandelsunternehmen in Stuhr-Heiligenrode. In der vierten Generation wandelte es sich zu einem der ersten großen Futtermittelhersteller für Heimtiernahrung in Deutschland. Unter Heino Wührmann wurde die Dachmarke „Vitakraft“ entwickelt. Zum ersten Mal wurden Futtersorten industriell hergestellt, in Packungen abgefüllt und zum Markenartikel gemacht. Im 100. Firmenjahr zog die Firma nach Bremen, wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut und exportierte in den 50er Jahren in die europäischen Nachbarländer. Zoofachhandel, Samenfachgeschäfte, Drogerien und Kaufhäuser wurden beliefert.

Heiko Wührmann übernahm 1976 in fünfter Generation die Geschäftsführung. Die allmähliche Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Einheit Europas schuf in der Folge auch für Vitakraft gute Voraussetzungen, um europaweit zu expandieren.

Heute ist Vitakraft „ein dynamischer Konzern“, produziert täglich etwa 1,2 Millionen Produkte und ist in 19 Ländern der Welt mit eigenen Standorten vertreten. Mit Christoph Wührmann ist bereits die sechste Generation im Unternehmen in die Leitung involviert.

http://www.vitakraft.de

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