Johann Büsen hat „Kunsttunnel“ geschaffen

Magische Phantasiewelt

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Johann Büsen hat auf der 220 Meter langen Wand des Tunnels vom Osterdeich zum Altenwall aus Alltagskunst und Phantasiegestalten eine surreale Bildwelt entworfen.

Bremen - Von Jörg Esser. Endspurt im Fahrrad- und Fußgängertunnel vom Osterdeich zum Altenwall. Das einstmals dunkle Loch wird zum „Kunsttunnel“ mit einem 500 Quadratmeter großen Kunstwerk aus 200 phantasievoll gestalteten Papierbahnen.

Der Bremer Künstler Johann Büsen hat auf der 220 Meter langen Tunnelwand eine magische und surreale Welt entworfen. Seit Beginn des Jahres bastelt Büsen an der Wandarbeit. Sie trägt den Titel „Rabbit hole“ und bezieht sich auf die Geschichte „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Er hat Ideen und Motive, Alltagskunst und Kinderbilder recherchiert, gesammelt und bearbeitet. Anschließend hat er daraus am Computer das Gesamtbild erstellt. „Der Computer ist mein Kunstarchiv“, sagt der Künstler.

Die verschiedenen Motive hat der 33-Jährige digital bearbeitet, verfremdet, überlagert und „zu neuen Bildwelten verdichtet“. Büsen setzt sich mit Themen aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft auseinander. Diese werden im Gesamtwerk verarbeitet. Fiktionale Welten vermischen sich mit profaner Alltagskultur. So entsteht ein phantasievolles Extrakt. Eine Kunstsymphonie.

Für eigene Entdeckungen offen

„Es eröffnet sich eine Bildwelt, die Möglichkeiten für eigene Entdeckungen offenlässt und die Betrachter in das Bildgeschehen verwickelt“, sagt eine Sprecherin des Kulturressorts. Der Künstler fordert die Passanten sozusagen auf, „mytische und skurrile Begebenheiten und Geschichten auf der Tunnelwand zu entdecken“. Frei nach deutschen Expressionisten Paul Klee (1879-1940) ist ja das menschliche Auge der oberste Richter eines bildlichen Kunstwerks.

Die Neugestaltung des „Kunsttunnels“ ist das Ergebnis eines künstlerischen Wettbewerbes, den der Senator für Kultur im Oktober 2016 im Rahmen des Programms von Kunst im öffentlichen Raum ausgeschrieben hatte. Bewerben konnten sich alle bildenden Künstler aus Bremen und der näheren Umgebung, die Entwürfe vorlegten, die dem Kunsttunnel und seinem optischen Erscheinungsbild durch eine künstlerische Neuinterpretation zu einem einladenden und unverwechselbaren Äußeren verhelfen sollten.

Büsen setzte sich durch

Ein Preisgericht entschied sich für den Entwurf von Büsen. Er lebt und arbeitet in Bremen, studierte von 2005 bis 2010 an der Hochschule für Künste. 2010 erhielt er den Paula-Modersohn-Becker-Nachwuchs-Kunstpreis der Kunsthalle Worpswede.

Seit Anfang des Monats klebt Büsen die im Atelier gedruckten Papierbahnen an die Tunnelwand. Dafür benötigt er 200 Kilo Spezialkleber. Im Anschluss werden die Papierbahnen dann mit insgesamt 40 Litern Klarlack versiegelt. Die Decke des Tunnels ist zudem frisch gestrichen. Und auch die beschmierten Lampen werden noch erneuert. Am Mittwoch, 30. August, um 11 Uhr wird der „Kunsttunnel“ eröffnet. Mit dabei sind Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz und Ortsamtsleiterin Hellena Harttung.

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