Theaterschiff und Packhaustheater setzen auf Revuen – und wollen Freiräume nutzen

Männer, Paare und Friseure

„Das Schicksal und die Orientierungslosigkeit führen sie zusammen“: „Wir sind mal kurz weg“ zeigt Midlife-Crisis-Männer auf dem Jakobsweg. - Foto: Theaterschiff/Gonz

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Was bringt die neue Saison? Eine Frage, die im Fußball schwer zu beantworten ist; erst recht so kurz vor der Europameisterschaft. Wer weiß denn jetzt schon, wer danach wo spielen wird. Ganz anders ist es am Theater. Da wird eine Saison ohne Rücksicht auf internationale Turniere geplant. Und dann weiß man, was gespielt wird. Oder zumindest: was gespielt werden soll. Im Packhaustheater im Schnoor und auf dem Theaterschiff zum Beispiel.

Beide Bühnen gehören ja zum Boulevard-Imperium von Impresario Knut Schakinnis, der mit seinem Team schon so manchen Treffer gelandet hat. Wenngleich die Auslastung in der zurückliegenden Saison etwas gesunken ist. Zu den Eigenproduktionen des Theaterschiffs an der Tiefer kamen 41 324 Zuschauer, die in 349 Vorstellungen für eine Auslastung von 79,43 Prozent sorgten. Ins Packhaustheater gingen 17 063 Besucher, die dort in 153 Vorstellungen für eine Auslastung von 79,66 Prozent gesorgt haben.

Schakinnis ist damit zufrieden, wie er sagt. Wollte er eine Platzausnutzung von 90 oder 95 Prozent haben, dann dürfte er nur Revuen spielen. Nostalgie- oder Geschlechterkomödien mit viel (oft bekannter) Musik ziehen immer. Schakinnis aber hat seine Bühnen so weit etabliert, dass er es sich leisten kann (und will), auch mal etwas anderes zu machen. Die Revuen mit ihren 95-Prozent-Auslastungen tragen (und ermöglichen) Produktionen wie „Rubbeldiekatz“ und aktuell das von der Kritik gelobte „Ziemlich beste Freunde“ im Packhaustheater. Stücke, deren Auslastung zuweilen bei 60 Prozent liegt – die den Theatern dafür aber auch neue Publikumsschichten zuführen, so Schakinnis mit Blick auf und in die Zukunft.

Apropos Zukunft – im August wird das Theaterschiff erst einmal von seinem Liegeplatz verschwinden. Es wird in die Werft geschickt, nach Elsfleth. Dort steht eine Runderneuerung auf dem Programm. Zur neuen Saison soll es dann wieder da sein.

Die ist – wie erwähnt – bereits durchgeplant. Weitgehend jedenfalls. Zum Ende hin lässt man sich immer ein paar Freiräume – für das eine oder andere Stück abseits des Revuen-Mainstreams. Und für das eine oder andere Stück, das aktuell auf den Markt gekommen ist. Da wolle man sich eine gewisse Flexibilität beahren, so Knut Schakinnis.

Die Kracher aber für die besonders publikums- und vorstellungsintensiven Monate nach dem Saisonauftakt und rund um den Jahreswechsel, die wurden bereits festgelegt.

Eine „Männer-Revue“ – so Theaterleiterin Racine Saupe – hat zum Beispiel am 8. September auf dem Theaterschiff Premiere und soll dort dann bis Ende Januar 2017 laufen. Es geht in „Wir sind mal kurz weg“ um „Männer in der Midlife-Crisis“, die auf dem Jakobsweg gelandet sind. Buch: Tilmann von Blomberg; Liedtexte: Bärbel Arenz – das Duo, das auch für den Publikumserfolg „Heiße Zeiten“ verantwortlich war.

Im Packhaustheater feiert am 15. September die Theater-Komödie „Theater, Theater“ Premiere, die sich um die Unzulänglichkeiten des Bühnenbetriebs dreht. Für Fans: Heidi Jürgens spielt mit. Im Dezember folgt im Packhaus das erste Stück der Bremer Schauspielerin Martina Flügge: „Liebe, Lust und Lockenwickler“. Erraten – eine „Friseur-Revue“. Eine „Paar-Revue“ folgt Ende Januar 2017 auf dem Theaterschiff: „Doch lieber Single?!“ Darin geht es um zwei Paare und einen Therapeuten. Wiederaufnahmen von Dauerbrennern wie „Ich will Spaß!“, „Hosen runter!“ und „Typisch Mann“ runden das Programm der neuen Saison ab.

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