Mängel in jedem dritten Fall

Große Fahrradkontrolle der Bremer Polizei

Prävention statt Repression: Nach diesem Motto gingen knapp 30 Polizeistudenten am Dienstag auf Radfahrer zu und versuchten, diese fürs Thema Sicherheit zu sensibilisieren.
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Prävention statt Repression: Nach diesem Motto gingen knapp 30 Polizeistudenten am Dienstag auf Radfahrer zu und versuchten, diese fürs Thema Sicherheit zu sensibilisieren.

Bremen – Ganz langsam erwacht der Tag, die ersten Sonnenstrahlen schauen durch die Baumwipfel – und ehe sich am Dienstag in aller Frühe zahlreiche Fahrradfahrer versahen, winkten uniformierte Beamte sie in der Innenstadt an die Seite. „Einen schönen guten Morgen, die Bremer Polizei! Einmal absteigen, bitte!“

„Knöllchen“ für Kopfhörer oder das nicht funktionierende Licht verteilten die Beamten am Präsident-Kennedy-Platz an diesem Morgen nicht, es ging, so Sascha Sanders, vielmehr um Aufklärung. Und die sei nötig, das zeigten allein die Unfallzahlen.

Räder ohne Licht und Klingeln

Mehr als 470 Radfahrer und ihre Gefährte wurden letztlich unter die polizeiliche Lupe genommen, bei einem Drittel, also 160, beanstandeten angehende Polizisten der Hochschule für Öffentliche Verwaltung die Räder beziehungsweise hatten am Verhalten der Fahrer und Fahrerinnen etwas auszusetzen. In 51 Fällen, so Sascha Sanders vom Präventionszentrum der Polizei (Abteilung Verkehr), stellten die Beamten technische Mängel fest, wie nicht funktionierende Lichter oder nicht vorhandene Klingeln.

In allein 50 Fällen waren die Fahrer abgelenkt, sei es durch das Handy in der Hand oder Kopfhörer im Ohr. Der Großteil der Verstöße (61) ging jedoch auf den Bereich „Sonstiges“ zurück – und damit waren in erster Linie zu schnelles Fahren, rechts überholen, Vorfahrtmissachtungen und rücksichtsloses Verhalten gemeint. Etwas – wie auch das Telefonieren –, das in Bremen tagtäglich bei Radlern zu sehen ist.

Von 6.30 bis 9 Uhr postierten sich die Studenten am vielbefahrenen Präsident-Kennedy-Platz nahe dem Staatsarchiv und nur wenige Meter vom Metropol-Theater entfernt. Der Bereich ist insbesondere zu Arbeitsbeginn und zur Feierabendzeit hochfrequentiert.

Und wo viele Radfahrer, Autos und Fußgänger und obendrein eine mehr als komplizierte Verkehrsführung zu beobachten sind, da geschehen auch viele Unfälle, das zeige die Statistik, sagt Sanders.

Allein von Januar bis August dieses Jahres registrierte die Polizei im gesamten Stadtgebiet 797 Unfälle mit Radfahrern, wobei sich etwa 76 Prozent der beteiligten Männer, Frauen und Kinder Verletzungen zuzogen. Im selben Zeitraum waren 178 Fußgänger in Unfälle verwickelt, 85 Prozent von ihnen verletzten sich. „Fußgänger und Radfahrer haben eben keine Knautschzone“, betonte Sanders, umso mehr müsse deshalb sensibilisiert werden, ganz besonders zu Beginn der „dunklen Jahreszeit“ und des neuen Schuljahres.

„Überwiegend“ sei die Kontrolle auf positive Resonanz gestoßen, nur „eine Handvoll“ Verkehrsteilnehmer empfand die Maßnahme als „unnötig“, so Sanders’ Bilanz. „Doch wenn von denen, die wir angehalten haben, allein 50 Prozent Einsicht zeigen, haben wir schon viel erreicht.“ Und im besten Fall schwere Unfälle verhindert.

Etliche Radfahrer – Männer wie Frauen – wünschten sich eine Ausweitung der Kontrollen auf andere Unfallschwerpunkte oder Stadtteile, auch da würde zu bestimmten Zeiten „Chaos“ herrschen. Und viele forderten eine klarere Beschilderung des Präsident-Kennedy-Platzes.

Aus insgesamt sieben verschiedenen Richtungen kommen hier in dem Bereich tagtäglich Tausende von Verkehrsteilnehmern, „was schon verwirrend“ sei, so ein Polizist gegenüber Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne), die die Kontrolle besuchte. Sie sei „dankbar“ für die Hinweise und werde diese an die entsprechenden Stellen weiterreichen.

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