CDU macht Elisabeth Motschmann zur Spitzenkandidatin / Ziel: Platz zwei

„Hervorragende Besetzung“

Elisabeth Motschmann zieht für die Bremer CDU als Spitzenkandidatin in den Bürgerschaftswahlkampf. Am 10. Mai 2015 tritt sie gegen SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen an.
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Elisabeth Motschmann zieht für die Bremer CDU als Spitzenkandidatin in den Bürgerschaftswahlkampf. Am 10. Mai 2015 tritt sie gegen SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen an.

Bremen - Von Jörg Esser. Die CDU will die rot-grüne Landesregierung ablösen. Und mit der Bundestagsabgeordneten ElisabethMotschmann als Spitzenkandidatin wieder ins Rathaus einziehen. „Elisabeth Motschmann ist eine hervorragende Besetzung“, sagte CDU-Landeschef Jörg Kastendiek gestern vor Pressevertretern.

Die 61-jährige Motschmann ist nicht die erste Wahl des Landesvorstands. Das war der Bildungsexperte Thomas vom Bruch. Doch der hat, wie berichtet, bei der Klausurtagung am Wochenende aus gesundheitlichen Gründen einen Rückzieher gemacht. Motschmann sei keine Notlösung. Sie sei vielmehr eine „überzeugende Lösung“, sagte Kastendiek. Und: Motschmann zählte laut Parteichef immer zum Kreis der Kandidaten, über die sich der Landesvorstand Gedanken gemacht habe. So weit, so gut. Ein Landesparteitag soll die Pastoren-Gattin am 23. Oktober endgültig zur Kandidatin küren. Kastendiek erwartet ein „überragendes Ergebnis“ und einen „großen Vertrauensbeweis“ für das CDU-Urgestein.

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Zurück zur Spitzenfrau: Elisabeth Motschmann hat sich nach eigenen Angaben schnell entschieden – nachdem ihr ihre Familie und auch alle drei Kreisverbände der Partei die volle Unterstützung zugesichert haben. „Jetzt gehe ich in einen Wahlmarathon.“ Und dabei will sie ein „gutes Ergebnis“ erzielen, um den rot-grünen Senat aus dem Amt zu drängen. Auf eine Prozentzahl will sie sich nicht festlegen: „Wir wollen wieder zweitstärkste Partei werden und die Grünen auf Platz drei verweisen.“ Bei der Bürgerschaftswahl 2011 musste die CDU unter Führung der Spitzenkandidatin Rita Mohr-Lüllmann mit 20,4 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis in Bremen hinnehmen und rutschte hinter die Grünen, die 22,5 Prozent erzielten.

Jene Grünen will die CDU aus der Landesregierung verdrängen. Ziel sei eine Regierungsbeteiligung. „Rot-Grün macht Politik, die Bremen nicht gut tut“, sagte Motschmann und verwies auf „massive Schwachstellen“. Bei den Wählern will die CDU mit den Themen Bildung, Finanzen, Wirtschaft und innere Sicherheit punkten. Auch die Armutsbekämpfung liege ihr am Herzen. Schließlich sei nirgendwo in Deutschland das Armutsrisiko so hoch wie in Bremen. Und der angehäufte Schuldenberg von 20 Milliarden Euro sei „ein Skandal“. Ihre Partei sieht Motschmann „inhaltlich wunderbar“ aufgestellt: „Wir packen kritische Themen an.“

Motschmann sitzt seit Beginn der Legislaturperiode im Herbst 2013 für Bremen im Bundestag. Sie bezeichnete Bremen als ihre „politische Heimat“. Ob sie nach der Bürgerschaftswahl am 10.Mai2015 an die Weser zurückkehrt, ließ sie gestern offen. „Ich stehe für eine führende Funktion parat“, sagte Motschmann. Sie strebe ein „herausragendes Amt“ an. Das lässt Raum für Spekulationen. „Über Posten wird nach der Wahl entschieden“, warf Kastendiek ein.

Die CDU geht laut Kastendiek ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf. Die AfD aber sei kein Thema. Die frühere Staatsrätin im Innen- und Kulturressort (1999 bis 2007) und langjährige Bürgerschaftsabgeordnete (1991 bis 1999 und 2007 bis 2013) soll „konservative Wähler“ und „die Christen in der Stadt“ ansprechen. Motschmann: „Niemand in der Stadt muss auf die Idee kommen, die AfD zu wählen.“

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