Bierbrauer nennt Sicherheit und Wetter als Gründe

Aus für „Badeinsel-Regatta“

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Da paddelten sie noch 1,6 Kilometer um die Wette: Bei der „Badeinsel-Regatta“ gingen jedes Jahr 200 Teilnehmer auf 100 roten Gummiinseln an den Start. Nun das – vermutlich – endgültige Aus für das Spektakel, das zuletzt 2016 knapp 70 000 Zuschauer verfolgt hatten.

Bremen - Von Viviane Reineking. Es war ein sportliches Spektakel der besonderen Art im sommerlichen Bremer Veranstaltungskalender. Eines, bei dem der Spaßfaktor im Vordergrund stand, wenn 200 Freizeitkapitäne auf ihren knallroten, aufblasbaren Schwimminseln auf der Weser möglichst schnell vom Martinianleger an der Schlachte bis zum Café Sand paddelten. Jetzt verkündet der Veranstalter quasi das Aus der beliebten „Haake-Beck Badeinsel-Regatta“.

Es wäre die 18. Auflage der „Badeinsel-Regatta“ gewesen. Doch der witzige Wettstreit auf der Weser fällt in diesem Jahr ins Wasser. Oliver Bartelt, Unternehmenssprecher von Anheuser-Busch Inbev, nennt zwei Gründe für die Absage des Events, zu dem im vergangenen Jahr laut Bartelt knapp 70 000 Menschen in die Stadt strömten: die Sicherheit und das Wetter.

Entscheidung habe nichts mit Terroranschlägen zutun

„Wir als Veranstalter haben die Verantwortung für die Sicherheit von Mitarbeitern, Teilnehmern und Gästen.“ Bei einer Veranstaltung, die in jedem Jahr mehr Zuschauer anlocke, sei dies aber immer schwieriger umzusetzen, so der Sprecher. Erschwerend käme hinzu, dass es sich nicht um ein abgeschlossenes Veranstaltungsgelände handele, sondern für jedermann frei zugänglich sei. „Da ist es schwierig, die Sicherheit für alle zu gewährleisten“, so Bartelt. Mit aktuellen Vorfällen wie den Terroranschlägen in Berlin, Nizza und Stockholm habe die Entscheidung jedoch nichts zu tun, betont der Unternehmenssprecher.

Weiterer Grund für die Entscheidung seien die wetterbedingten Absagen in den Vorjahren: Starkregen, Blitz und Donner führten bereits 2013 zum kurzfristigen Stopp des Paddel-Wettbewerbs. Zwei Jahre später sorgte dann eine Unwetterwarnung dafür, dass die Teilnehmer von ihren Badeinseln und aus dem Wasser geholt werden mussten. Letztlich zog die Gewitterfront an der Schlachte vorbei, und dennoch: Die laut Bartelt 15 bis 20 Mitarbeiter, die jedes Jahr an der Organisation der Veranstaltung beteiligt sind, hatten ein halbes Jahr lang umsonst geplant. So lang sei der Vorlauf der Veranstaltung, die nicht nur Touristen und Bremer, sondern auch viele Menschen aus dem Umland in die Bremer Innenstadt lockte. Rund zwei Wochen vorher habe man mit dem Aufbau, darunter die Bühne am Café Sand, begonnen. Viel Organisation und Arbeit im Vorfeld also, um dann am Veranstaltungstag ein Spielball des Wetters zu sein – das ist dem Bierbrauer zu unsicher.

Etablierte Veranstaltung nicht leicht zu ersetzen

Hinzu komme: Bei der Weser handele es sich um eine Wasserstraße, die extra für die „Badeinsel-Regatta“ gesperrt werde. „Uns bleibt nur ein kurzes Zeitfenster. Deshalb können wir bei einem drohenden Unwetter den Start nicht mal eben um eine halbe Stunde verschieben“, so Bartelt. Zwar überlegt man derzeit, wie die Brauerei die Biermarke als Alternative zur „Badeinsel-Regatta“ auch weiterhin im Stadtbild verankern könne. Einfach zu ersetzen ist eine derart etablierte Veranstaltung jedoch wohl nicht so einfach.

Und weil schlechtes Wetter auch in den kommenden Jahren möglich, die Sicherheit nicht einfach zu gewährleisten sein wird, sagt Bartelt: „Man kann schwer davon ausgehen, dass die Entscheidung auch für die folgenden Jahre gilt.“ Im Klartext: keine „Badeinsel-Regatta“ mehr. Es scheint, als hätte man den roten Gummiinseln endgültig die Luft rausgelassen.

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