Solarkataster soll der Sonnenenergienutzung „zusätzlichen Schub“ geben

„Da ist Luft nach oben“

Auf dem Dach des Sander-Einkaufszentrums in Oslebshausen (im Bild ist der Chef Henrik Sander zu sehen) ist jüngst Bremens stärkste Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen worden. Die Anlage erzeugt auf 16 300 Quadratmetern Dachfläche eine Leistung von 1,3 Megawatt. Daraus wird Strom gewonnen, der für rund 460 Haushalte reicht. ·
+
Auf dem Dach des Sander-Einkaufszentrums in Oslebshausen (im Bild ist der Chef Henrik Sander zu sehen) ist jüngst Bremens stärkste Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen worden. Die Anlage erzeugt auf 16 300 Quadratmetern Dachfläche eine Leistung von 1,3 Megawatt. Daraus wird Strom gewonnen, der für rund 460 Haushalte reicht.

Bremen - Von Jörg Esser. Die Ziele sind übererfüllt. In Bremen wird schon jetzt mehr Strom aus Photovoltaik-Anlagen erzeugt als in den Zielvorgaben festgelegt. Ende 2012 waren es rund 15 000 Kilowatt Leistung, aus denen 12,5 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Andererseits ist das just ein knappes Prozent des maximalen Potenzials. „Da ist Luft nach oben“, sagt Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne).

Viel Luft nach oben. „Sonnenenergie verfügt auch in Bremen über ein nennenswertes Potenzial“, sagt Lohse. Und das soll ausgeschöpft werden. Darum auch veröffentlicht das Umweltressort unter der Adresse „http://www.solarkataster-bremen.de“ eine interaktive Karte, auf der gezeigt wird, welche Dächer in Bremen für eine Solaranlage infrage kommen.

„Die Dächer Bremens sind ein wenig genutztes Potenzial für wirtschaftliche Investitionen in den Klimaschutz“, sagt Lohse. Mehr als 60 Prozent der Dachflächen auf den rund 200 000 Bremer Gebäuden bekommen genug Sonne für den Betrieb einer Photovoltaikanlage. Für die weniger anspruchsvolle solarthermische Nutzung sind es 75 Prozent. Nach der Solarpotenzialanalyse des Landesamts Geo-Information Bremen werden rund sechs Quadratkilometer Dachflächen als „sehr gut geeignet“ für Photovoltaikanlagen, weitere 4,3 Quadratkilometer als „gut geeignet“ eingestuft. Grundlage für die Analyse sind hochauflösende Fernerkundungsdaten, die die Höhe der Geländeoberfläche und Gebäude enthalten. Im März 2012 hat das Landesamt bei einer Befliegung die Laserscan-Daten erhoben. Informationen über Gebäudeumrisse aus der Liegenschaftskarte fließen hinzu. Schließlich werden die Dachteilflächen ausgewertet, werden Dachneigung und Dachexposition sowie die Beschattung des Gebäudes durch große Bäume und Nachbarhäuser berücksichtigt. Daraus resultiert dann eine prozentuale Summe der Einstrahlungsmenge. Und liegt der Wert über 95 Prozent, gilt das Dach für Solaranlagen als „sehr geeignet“, bei Werten von 80 bis 95 Prozent als „gut geeignet“ und bei Werten von 75 bis 80 Prozent als „bedingt geeignet“, heißt es. Wer wissen will, ob sich eine Solaranlage auf dem heimischen Dach lohnt, der erfährt das nach ein paar Klicks. Über die Eingabe der Adresse können die einzelnen Dächer aufgesucht werden. Die Färbung zeigt dann, welche Dächer wie gut geeignet sind, um dort eine solarthermische Anlage oder eine Photovoltaik anlage zu betreiben. Nach Anklicken eines Daches werden weitere Informationen über nutzbare Fläche, die mögliche Leistung einer Anlage, Ertrag und Kohlendioxid-Einsparung gegeben. Senator Lohse jedenfalls erhofft sich vom Solarkataster „zusätzlichen Schub“ für die Nutzung von Sonnenenergie.

http://www.solarkataster-bremen.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Spanien: Wo Formentera sogar Mallorca schlägt - und wo nicht

Spanien: Wo Formentera sogar Mallorca schlägt - und wo nicht

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Meistgelesene Artikel

Nach Bombenfunden: Bahn muss Strecke zwischen Bremen und Hannover sperren

Nach Bombenfunden: Bahn muss Strecke zwischen Bremen und Hannover sperren

Nach Bombenfunden: Bahn muss Strecke zwischen Bremen und Hannover sperren
„Breminale“: Dezentral und nicht mehr umsonst

„Breminale“: Dezentral und nicht mehr umsonst

„Breminale“: Dezentral und nicht mehr umsonst
Bremer Polizei greift durch und stoppt wild gewordenen BMW-Raser

Bremer Polizei greift durch und stoppt wild gewordenen BMW-Raser

Bremer Polizei greift durch und stoppt wild gewordenen BMW-Raser
Bremen: Auto prallt frontal in Lastwagen – Mann schwer verletzt

Bremen: Auto prallt frontal in Lastwagen – Mann schwer verletzt

Bremen: Auto prallt frontal in Lastwagen – Mann schwer verletzt

Kommentare