„Personalintensivster Einsatz nach 1945“

„Ein Inferno“: Feuerwehr bilanziert Lürssen-Großbrand

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Ein Feuerwehrmann demonstriert die schwere Schutzkleidung, mit der die Einsatzkräfte den Lürssen-Brand bekämpften. Im Hintergrund tragen Puppen die sandfarbene neue Feuerwehrausrüstung, die in den nächsten Jahren für drei Millionen Euro eingeführt werden soll. Im Vordergrund: Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Knorr (l.) und Innensenator Ulrich Mäurer.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. 1500 Brötchen, fast 3000 Liter Mineralwasser und 1000 Liter Kaffee. Auch so lässt sich ein Einsatz zusammenfassen, den Bremens Feuerwehr-Chef Karl-Heinz Knorr als den „personalintensivsten nach 1945“ bezeichnet – es geht um den Großbrand im Schwimmdock der Lürssen-Werft, der am 14. September um 2.04 Uhr mit der ersten Alarmmeldung begonnen hatte. Nach 65 Stunden hieß es „Feuer aus“. Insgesamt waren 900 Feuerwehrleute im Einsatz. Schadenshöhe und Ursache sind noch nicht bekannt.

Die Kosten für den Einsatz dürften im „mittleren sechsstelligen Bereich“ liegen, schätzt Knorr. All diese Zahlen – 2400 Bockwürste, 18 Kilogramm Leberkäse für die Einsatzkräfte – aber drücken nicht annähernd aus, was so ein Einsatz für die Beteiligten bedeutet. Schiffsbrände, zumal in einem Schwimmdock, gelten als „das Gefährlichste, was man sich vorstellen kann“, sagt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). „Schiffe brennen von innen.“

Die Hitze staut sich. Die Luxusyacht im Lürssen-Dock wurde „800 bis 1000 Grad“ heiß, sagt Knorr. Dort mit einer bis zu 30 Kilogramm schweren Schutzausrüstung und unter Atemschutz hineinzugehen, um harte körperliche Arbeit unter psychischem Stress zu leisten, verlangt einem einiges ab. „Die Kräfte haben ihr Äußerstes gegeben“, so Knorr. „Man geht da in die Tiefe, dem Feuer entgegen. Die Hitze steigt nach oben, man muss sich dem Feuer stellen.“

Brand auf der Lürssen-Werft in Bremen-Aumund

Brand auf der Lürssen-Werft in Bremen-Aumund

Mäurer: „Da lagen Dutzende von Gasflaschen, einige sind explodiert.“ Und: „Alles ist schwarz, man sieht nicht nach vorn, man sieht nicht, was von oben runterkommt.“ Bei diesem Einsatz, so der Innensenator weiter, „wurden 800 Atemschutzgeräte verbraucht, es war eine einzige Materialschlacht gewesen.“

Schiff war bereits voller Möbel

Das „etwa 140 Meter lange“ Schiff im Schwimmdock habe „kurz vor der Auslieferung“ gestanden, so Knorr. „Es war schon vollgepackt mit Möbeln.“ Und die standen „in vielen Einzelkabinen“, so Feuerwehr-Vizechef Oliver Iden. Das Schiff sei „wie ein schwimmendes Hotel“. Die üppige Ausstattung, die vielen Möbel – „da war ordentlich Brandlast“, sagt Knorr. „Für uns hat das eine Menge Wärme und Probleme mit sich gebracht.“ Es war „ein Inferno, wenn man die Bilder sieht“, so Mäurer.

Auch Schiffstanks waren schon befüllt – mit 90 Tonnen Dieselöl. Es gelang den Einsatzkräften, sie einzuschäumen und feuerfrei zu halten. Das Feuer zu löschen, das Schwimmdock letztlich zu retten – das gelang durch einen unablässigen, durchgängigen Personaleinsatz. Ohne die Freiwilligen Feuerwehren wäre das nicht zu leisten gewesen, heißt es bei der Berufsfeuerwehr. Ebenso von Bedeutung war die Hilfe von außerhalb – es kamen Feuerwehren aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg nach Aumund; darunter speziell für Schiffsbrände ausgebildete Kräfte des Havariekommandos.

Feuer auf Lürssen-Werft

Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 26 1news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Sven Schneider
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © Günther Richter
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
Ein Dock zum Bau von Schiffen samt Schiffsneubau auf der Lürssen-Werft brennt seit der Nacht zu Freitag. © 261news
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Die Jacht „SHU“, ein Projekt der Lürssen-Werft. © 261news
Die Jacht „SHU“, ein Projekt der Lürssen-Werft. © 261news
Die Jacht „SHU“, ein Projekt der Lürssen-Werft. © 261news
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Mäurer: „Es war ein Segen, dass wir auch in der Lage waren, den Brand mit unserem Feuerlöschboot von der Seeseite aus anzugehen.“ Und ebenso sei es „ein Segen“ gewesen, dass die Bremer Feuerwehr über einen eigenen Kranwagen mit einem 50-Meter-Ausleger verfüge. „So waren wir in der Lage, aus großer Höhe Wasser da reinzuhauen.“ Mit einem normalen Drehleiterwagen (30 Meter) wäre das nicht möglich gewesen, so Mäurer.

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