Lüpertz-Bronzeskulptur geht nach Ganderkesee / Auktion bringt 11122 Euro

Kunst trifft Tierschutz

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Wolfgang Apel (l.), Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins, übergibt die von Markus Lüpertz geschaffenen Stadtmusikanten an Teja Möller. Der Ganderkeseer hat die Skulptur für 11122 Euro ersteigert. Den Erlös fließt ins Bremer Tierheim.

Bremen - Von Steffen Koller. Es war eine bemerkenswerte Auktion des Bremer Tierschutzvereins. Und diese wurde gestern mit einem Geldsegen belohnt. Teja Möller (50) aus Ganderkesee erhielt vor rund zwei Wochen den Zuschlag für eine Bronzestatur des bekannten Künstlers Markus Lüpertz, die das Tierheim zur Versteigerung freigab. Gestern holte sich der Geschäftsmann das Objekt der Begierde ab. Ein anderes Werk, ein Aquarell des Künstlers, wurde ebenfalls an den Mann gebracht. Zur Übergabe kam nur niemand.

Bis zuletzt fieberten alle Beteiligten mit, dann war es soweit: Für exakt 11122 Euro ging die Bronzestatur an Teja Möller, der selbst sagt, er habe das Kunstobjekt „unbedingt haben wollen“. Zwar sei er kein Kunstexperte, aber eben auch kein Kunstbanause, sagt Möller, während im Tierheim an der Hemmstraße alle ein großes Lächeln im Gesicht haben. Für den 50-Jährigen habe es mehrere gute Gründe gegeben, genau für diese Skulptur zu bieten. Viele Wirkungsstätten seines bisherigen Lebens hätten sich irgendwie immer an den Bronze-Figuren an der Westseite des Bremer Rathauses getroffen, genau dort, wo Esel, Hund, Katze und Hahn 1953 ein Denkmal gesetzt wurde.

Vorrangig sei es ihm aber um die lebenden Tiere gegangen, sagt Möller. „Der Tierschutz war der erste Grund.“ In Zukunft will er die Skulptur der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. „Ins Wohnzimmer kommen die Musikanten nicht“, eher könne er sich vorstellen, die Skulptur in seinen Geschäftsstellen, auch außerhalb Europas auszustellen. Ebenfalls denkbar für Möller: „Eine Sparkasse an einem zentralen Ort und mit Erklärung. Dann haben alle was davon.“

Aber nicht nur der erfolgreiche Bieter war gestern froh. Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins, sagte: „Das ist definitiv zur Nachahmung empfohlen.“ Mit den insgesamt 16622 Euro – 5500 kamen für die Ersteigerung eines Aquarells von Lüpertz zusammen – werde man „sehr viel Tierwohl betreiben“, so Apel. Da erst vor kurzem der Gröpelinger Streichelzoo geschlossen hat und der Tierschutz diese Tiere ebenfalls aufnehmen möchte, sei jedes Geld willkommen. Pro Jahr kosten die fast 500Tiere, ihre Pflege und Unterbringung an der Hemmstraße rund 1,5 Millionen Euro.

Das Lestra-Kaufhaus, das für 5500 Euro ein Bild von Lüpertz ersteigerte, schickte gestern keinen Vertreter zur Übergabe. Was genau mit dem Bild passiert und wo es später zu sehen sein wird, steht nicht fest.

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