Lücke in der Asien-Ausstellung ist gefüllt

Ein Gewürzladen aus Südindien

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Der neue indische Laden in der Asien-Ausstellung: Kekse, Chips, Zeitungen und jede Menge Gewürze. Fotos (2): Esser

Bremen - Von Jörg Esser. Der indische Teeladen ist nach einigen Jahren aus dem Übersee-Museum ins ostfriesische Norden zurückgekehrt. Jetzt ist die Lücke in der Asien-Ausstellung im Erdgeschoss wieder gefüllt – mit einem indischen Gewürzladen. Hinzu kommt ein mobiler Teewagen als zweites neues Ausstellungsstück.

Zurück nach Indien, genauer gesagt nach Madurai in Südindien. Dort hat der Bremer Immobilienkaufmann Andreas Bölts für das Museum einen komplett ausgestatteten Gewürzladen erworben – mit viel Geschick, ein paar kleinen Tricks und nach dreiwöchiger Verhandlungszeit. Der Laden besteht aus mehreren Regalen, einem hölzernen Verkaufstresen mit Vitrine. Im Angebot sind Kekse, Chips, Bonbons und indische Zeitungen. Und natürlich jede Menge Gewürze. Die Pakete seien nicht gefüllt, sagt Dr. Hartmut Roder, Leiter der Handelskunde-Abteilung im Übersee-Museum, „das sind alles Dummys.“

Für Andreas Bölts ist Madurai so etwas wie eine zweite Heimat. Er hat dort gemeinsam mit seiner Frau Dörte vor 13 Jahren ein Waisenhaus für Mädchen gegründet. Der Einsatz fürs Museum – Kauf, Transport und Abwicklung – sei so etwas wie ein Dank an die vielen Bremer, die das Waisenhausprojekt „ISA Childrenhome“ unterstützen. Der Kauf des Gewürzladens (laut Roder für 320 Euro) war noch relativ unproblematisch. Der Händler hat an gleicher Stelle einen neuen Laden aufgemacht und dank geschickter Strategie nur einen Tag ohne Umsatz gehabt. Aber schon die Ausfuhr über den Freihafen von Madras wurde laut Bölts und Roder zum Geduldsspiel. Der nicht für Europa zugelassene Milchanteil in bestimmten Keksen wurde beispielsweise moniert. „Bürokratisch borniert“, wirft Roder ein.

Und bei der Einfuhr kamen dann die Bremer Zollbehörden ins Spiel. Das Museum brauchte und bekam zunächst eine „Unbedenklichkeitserklärung“. So wurde bestätigt, dass im Museum nichts verkauft werde und alle Lebensmittel vernichtet würden. Und für eine Kultureinrichtung soll die Einfuhr eigentlich zollfrei sein. Doch bislang spielt die Oberzolldirektion nicht mit. Und so hat das Museum 636,34 Euro vorgestreckt. Das Verfahren dauert. Bis eine Entscheidung fällt, könnte noch ein Jahr vergehen, sagt Roder. „Der Zoll ist auf Tauchstation.“

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