200. Geburtstag

Ludwig Knoop, der Bremer Textilbaron

Das Leben des Bremer Textilbarons Ludwig Knoop ist Thema dieses neuen Buchs.
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Das Leben des Bremer Textilbarons Ludwig Knoop ist Thema dieses neuen Buchs.

Bremen – Er kam aus Bremen und wurde zu einem der erfolgreichsten Unternehmer des 19. Jahrhunderts. Dieser Tage nun stand der 200. Geburtstag von Ludwig Knoop (1821 bis 1894), reich und berühmt geworden auf dem Feld der Textilverarbeitung, an. Wie feiert man so einen Jahrestag in Pandemiezeiten?

Richtig – mit einem guten Buch. Und mit einem schönen Spaziergang durch Knoops Park im Bremer Norden; da kann man das Buch ja mitnehmen. Das Buch? „Ludwig Knoop – Ein russischer Textilbaron aus Bremen“ (Schünemann-Verlag, Preis: 24,90 Euro), so heißt ein soeben erschienener Band über Knoops Leben – herausgegeben vom Förderverein Knoops Park, geschrieben von Dittmar Dahlmann, bis 2015 Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Knoops Leben, es wäre Stoff für einen Roman. Für einen Roman, der zu Zeiten spielt, in denen sich das Leben – ähnlich wie heute – grundlegend veränderte. Es war die Zeit der Industrialisierung, die auch Bremer Kaufleute zu nutzen wussten. Einer von ihnen: Knoop. Das vierte von acht Kindern eines Bremer Tabakhändlers machte eine kaufmännische Ausbildung und ging als noch sehr junger Mann nach England. Dank der Erfindung der Dampfmaschine war England gleichsam das Mutterland der Industrialisierung. Hier war der Bremer ganz nah dran am neuen Takt der Zeit, am Takt der Maschine.

Aus Bremen über England nach Russland

Die Engländer schickten Knoop nach Moskau. Er vermittelte den Verkauf englischer Spinnereimaschinen nach Russland. Anno 1852 machte er sich dann selbstständig, er wusste jetzt genau, wie‘s läuft: Textilfabriken nach englischem Vorbild aufzubauen – dieses Muster machte ihn reich. Entlohnt wurde er durch Anteile an den Fabriken – das lohnte sich buchstäblich. Am Ende war Knoop an weit mehr als 100 Fabriken beteiligt. 1877 erhob der Zar ihn in den Adelsstand, der Bremer wurde Baron. Nach Knoops Tod führten die Weltkriege und die Russische Revolution im Lauf von nur drei Jahrzehnten zum Zusammenbruch des global agierenden Unternehmens.

Seine Heimatstadt Bremen hatte Knoop nie vergessen. 1859 kaufte er das Landgut Mühlenthal in St. Magnus; ab 1868 ließ er sich das – 1933 abgerissene – Schloss Mühlenthal im damals populären englischen Tudorstil errichten. Und die sich sanft wiegende Parklandschaft mit ihren Hängen, Bäumen und Freiflächen anlegen. Ein Kulturdenkmal, in dem seit 1995 auch die bronzene Knoop-Statue des Oberneulander Bildhauers Claus Homfeld (1933 bis 2019) steht. Beim Spaziergang kann man Knoop dort praktisch persönlich zum 200. Geburtstag gratulieren.

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