„Hausfrage“ berät rund ums Thema Immobilien

Bremer Portal spielt Lotse im Online-Dschungel

Valentin Drießen sitzt auf einem Sessel im Büro. Neben ihm liegt  Hund „Elfi“ auf einem anderen Sessel.
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Mit Blick auf den Europahafen: Valentin Drießen genießt das familiäre Klima im Unternehmen, auch Hund „Elfi“ darf immer mit ins Büro.

Das Vergleichsportal „Hausfrage“ mit Sitz in der Überseestadt expandiert. Es kümmert sich um Fragen rund ums Eigenheim.

Bremen – Am Anfang standen Fertiggaragen. Die hat Valentin Drießen über eine eigens gestaltete Webseite an Kunden vermittelt. Nicht mehr als 1000 Euro monatlich verdiente er damit. Doch Drießen wollte mehr – und bekam mehr. Heute ist er Geschäftsführer von „Hausfrage“, einem Vergleichsportal rund ums Haus mit Sitz in der Überseestadt.

Valentin Drießen erinnert sich noch genau, als ihn eine Lehrerin in der Grundschule fragte, was er mal werde wolle. „Erfinder“, antwortete der heute 29-Jährige. „Mir war schon früh klar: Ich mach’ etwas Eigenes.“ Und so sollte es kommen. Bereits als kleiner Junge verkaufte Drießen Äpfel und Kartoffeln in seinem Heimatort, später bastelte er Kaugummiautomaten zusammen. Geprägt durch seine Eltern, die seit er denken kann, selbstständig tätig waren und es bis heute sind, wurde Drießen der, der er heute ist: „Durch und durch Unternehmer.“

Nur eines hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert: „Früher, kurz nach dem Abitur, vertrat ich den Standpunkt, dass ich meine Freiheiten brauche und nie im Leben Angestellte haben wollte.“ Heute ist Drießen für 55 Mitarbeiter verantwortlich, zum Ende des Jahres sollen es 150  sein. Im Firmensitz mit Blick auf den Europahafen sitzen an diesem Tag pandemiebedingt nur wenige Angestellte. Die, die da sind, bearbeiten ununterbrochen Anfragen von Hunderten von Kunden. Manche sitzen in Glaskabinen, andere an Schreibtischen im offenen Bürobereich auf 900 Quadratmeter Fläche. Rund 25.000 bis 30 .000 Anfragen erhält „Hausfrage“ im Monat, sagt Drießen. Geht es nach ihm, sollen es für 2021 etwa eine halbe Million werden.

30000 Anfragen pro Monat

Rund um das Thema Immobilien stellen sich für potenzielle Käufer oder Besitzer stets neue, grundlegende Fragen. Was muss ich beim Bau eines Carports beachten, welcher Handwerker bietet die besten Leistungen, was kostet die Installation einer Solaranlage, wie finanziere ich ein Eigenheim? In mehr als 30 Kategorien können Kunden ihre individuellen Anfragen stellen, und „Hausfrage“ nimmt sich dieser an.

Zunächst werden bei einem Telefonat die Ernsthaftigkeit der Anfrage überprüft und Details geklärt, im Anschluss sucht das Vergleichsportal mittels eines Filters die passendsten drei Angebote je Projekt heraus und schickt sie dem Kunden zu. „Hausfrage“, so Drießen, erhält für jeden erfolgreich vermittelten Auftrag eine volumenabhängige Provision, für den Kunden ist der Service kostenfrei.

150 Mitarbeiter bis Jahresende

„Viele Kunden stellen solche Anfragen zum ersten Mal – und häufig zum letzten Mal.“ Ein Hauskauf oder teure Anschaffungen seien beratungs- und kostenintensiv. „Ein Haus kaufst Du Dir meist nur einmal. Da willst Du natürlich, dass alles passt.“ Anfragen kämen dabei aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz, aktuell sehr beliebt seien Angebote für Solaranlagen und Infos zum Hausverkauf. Zudem fragen Kunden regelmäßig nach geeigneten Umzugsunternehmen – bei sieben Millionen Umzügen jährlich in Deutschland ist das keine große Überraschung.

Nachdem das Unternehmen von 2013 an unter dem Namen „Interlead“ firmierte, heißt das Portal seit 2017 „Hausfrage“. Zwar habe es in „immer wieder kleine Durchbrüche“ gegeben, durch die Decke gingen die Zahlen jedoch erst Mitte 2020. Die Menschen hatten Zeit, waren zu Hause und im Internet, außerdem investierte „Hausfrage“ in dieser Zeit vermehrt in Vertrieb und Marketing, stellte neue Mitarbeiter ein.

Dass „Hausfrage“ mittlerweile zu den Großen gehöre, habe er seinen Mitarbeitern und seiner Philosophie zu verdanken, sagt Drießen. „Unser Erfolg ist alles andere als Zufall. Du musst im Kopf erfolgreich sein. Nimm mir alles weg – und ich baue es morgen wieder neu auf“, lautet seine Maxime. Bislang fährt er gut damit.

Glücklich mit 72 Quadratmetern

Aus den zahlreichen Anfragen, die „Hausfrage“ monatlich erhält, lassen sich auch spezifische Daten für Bremen ablesen. So geht aus den Zahlen hervor, dass zum Beispiel nur etwas mehr als die Hälfte aller Eigenheime eine Fassadendämmung aufweist (51,8 Prozent), hingegen fast zwei Drittel der Befragten (64,3 Prozent) sich eine Dachdämmung einbauen ließen und immerhin 82,1 Prozent isolierte Fenster verbaut haben. Beim Heizungswechsel scheinen die Bremer dagegen etwas zurückhaltender zu sein: Nur etwa jeder Zweite war bereit, sein System umzustellen. Beim Thema Alarmanlagen zeigen die Bremer so gut wie kein Interesse, für nur etwa 0,6 Prozent der Befragten kommt eine solche Installation infrage. Und mit welcher Wohnfläche gibt sich der Hanseat zufrieden? Mit 72,03 Quadratmetern seien die Menschen glücklich, sagt eine „Hausfrage“-Studie von 2020.

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