Bremen bündelt Kompetenzen im „Start-Haus“

Lotse im Gründungsdschungel

Hier im Kontorhaus am Marktplatz laufen künftig die Drähte für Existenzgründung im neuen „Start-Haus“ zusammen. - Foto: Gnuschke

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Bremen richtet seine Gründungsförderung ab 2018 neu aus und ruft das „Start-Haus“ ins Leben. Hier ist ein Pool mit acht Beratern angesiedelt. Diese Lotsen führen künftig durch den Gründungsdschungel. „Gründungswillige bekommen damit einen Paten zur Seite gestellt, der sie begleitet“, betonte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD).

„Damit müssen potenzielle Gründer nicht mehr von Pontius zu Pilatus laufen, sondern haben einen Lotsen, der sich kümmert“, betonte Günthner. Nicht nur die öffentlichen Aktivitäten laufen im „Start-Haus“ zusammen, sondern der Pate könne ebenso auf die privaten Angebote zurückgreifen, wie zum Beispiel das „Kraftwerk City Accelerator“ von der SWB (früher Stadtwerke) oder den Neusta-Campus. Angesiedelt ist die sogenannte „One-Stop-Agency“ bei der Bremer Aufbau-Bank (BAB). Die wiederum sitzt zusammen mit der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) noch ein paar Jahre im Kontorhaus am Marktplatz, bevor der Umzug in ein anderes Gebäude ansteht, voraussichtlich nur ein paar Schritte weiter. Im „Start-Haus“ geht die bisherige Existenzgründungsinitiative „Begin“ auf.

Bisher, so Günthner, müssen Gründungswillige verschiedene Anlaufstellen ansteuern, sich selbst mögliche Programme und Fördertöpfe heraussuchen. Das soll ab 2018 der Vergangenheit angehören, dann haben Gründer nur noch einen Ansprechpartner. Der soll im Hintergrund die richtigen Pakete aus den öffentlichen und privaten Angeboten schnüren. Günthner schwebt ein „bedarfsgerechtes und individuelles Beratungsangebot“ vor. Verstärkt sollen Frauen, Migranten und Start-ups in den Fokus rücken. Gründer, so erläuterte Hans-Georg Tschupke aus dem Wirtschaftsressort, sind die, die einen Betrieb übernehmen oder einen neuen, zum Beispiel im Handwerk, aufbauen. Und Start-ups? „Sie kommen meist aus neuen Technologien, wollen in kurzer Zeit mit neuen Ideen schnell wachsen – und brauchen viel Geld“, so Tschupke. Ein überaus erfolgreiches Beispiel dafür ist der heutige Raumfahrtkonzern OHB. Da aus dem Wissenschaftsbereich immer wieder spannende Ausgründungen kommen, greifen die Lotsen im „Start-Haus“ auch dort auf Unterstützung zurück.

Pool von Beratern

Ausgestattet ist das „Start-Haus“ mit 1,5 Millionen Euro (ohne Förderprogramme) und acht Beratern, die bisher bereits im Sektor Gründung gearbeitet haben. Gesucht wird noch eine neue Leitung. Netzwerkarbeit, also das Zusammenbringen von Gründern, und zu mietende Arbeitsplätze (Co-Working-Spaces) wird das „Start-Haus“ auch anbieten. Zum Geschäft gehört ferner, Bewerbern von einer Gründung abzuraten, wie es heißt.

Knapp 2 000 Gründer zählte Tschupke 2016, dieses Jahr rechnet er mit 2 200. Bisher sind darunter 60 bis 80 Start-ups.

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