Lohse meldet „hohes Niveau“

Grünes Licht für 2 012 Wohneinheiten

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Im Herbst bezugsfertig sein sollen die Wohnungen am Stephanitor. Geplant sind sechs packhausähnliche Gebäude mit 91 Einheiten. Das Investitionsvolumen liegt bei 36 Millionen Euro. 

Bremen - Der Bausenator ist zufrieden. Laut Joachim Lohse (Grüne) „bewegt sich der Wohnungsbau in Bremen weiterhin auf hohem Niveau“. So seien im Jahr 2017 insgesamt 2 012 Wohneinheiten genehmigt worden. Damit habe Bremen in den vergangenen drei Jahren regelmäßig grünes Licht für den Bau von rund 2 000 Wohnungen erteilt.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es laut Bauressort lediglich 892 Baugenehmigungen. Seitdem ging es aufwärts. 2015 wurde mit 2 048  Genehmigungen ein Rekordergebnis erzielt. Ein Jahr später waren es 1954. „Das politisch vereinbarte Ziel von 1300 Wohnungen pro Jahr aus der Gewos-Studie von 2010 haben wir damit weit übertroffen“, sagt Lohse. „Die aktuelle Anzahl der Genehmigungen ist ein weiterer Etappensieg auf dem Weg, das Wohnungsproblem in Bremen zu beseitigen.“

Linke: Genehmigt ist nicht gebaut

„Genehmigt ist nicht gebaut“, kommentiert Claudia Bernhard, bau- und stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. „Diese Zahlen sagen wenig aus.“ Bei der Zahl der Baufertigstellungen verfehle der Senat weiterhin die selbstgesteckten Ziele. Sie verweist auf die Bundesstatistik, nach der im Land Bremen 1 306 Wohnungen im Jahr 2014, 1 671 Wohnungen im Jahr 2015, 1 840 Wohnungen im Jahr 2016 fertiggestellt worden seien.

Der rot-grüne Senat wiederum will nach eigenem Bekunden auch weiterhin mit zusätzlichen Wohnraumförderprogrammen Wohnungen schaffen. Das dritte Programm wurde im Herbst von 40 auf 80 Millionen Euro aufgestockt, womit seit 2013 insgesamt 160 Millionen Euro Förderdarlehen bereitgestellt wurden. Derzeit wird ein viertes Wohnraumförderprogramm vorbereitet. Lohse will zudem an dem von der Koalition beschlossenen Weg der Innenentwicklung festhalten, „weil wir die Grünflächen rund um Bremen unbedingt schützen müssen und die verfügbaren Flächen für viele Jahre ausreichen.“ Der Bausenator appelliert an die Bauwirtschaft, die genehmigten Wohneinheiten auch kurzfristig zu realisieren: „Die aktuellen Zahlen zeigen anschaulich, dass wir in enger Abstimmung mit der Bauwirtschaft und dem Bündnis für Wohnen eine wahre Erfolgsgeschichte für Bremen schreiben können.“

Wohnungsbau auch Thema in der Sitzung der Stadtbürgerschaft

Bernhard bringt den Bundesländer-Vergleich ins Spiel. Bei der Zahl der Baufertigstellungen pro 10.000 Einwohner liege Bremen demnach „unter den westlichen Bundesländern auf dem drittletzten Platz und klar unter dem Bundesdurchschnitt“. Und die Linke verweist auf das bescheidene Tempo im Sozialwohnungsbau. Von Ende 2012 bis Juni 2017 seien laut Senatsvorlage vom November lediglich 444 neue Sozialwohnungen fertiggestellt worden. Der Gesamtbestand an Sozialwohnungen stagniere bei 8 500.

Der Wohnungsbau jedenfalls ist auch ein wichtiges Thema in der Sitzung der Stadtbürgerschaft am nächsten Dienstag, 23. Januar. So steht unter anderem ein Antrag der Linken auf der Tagesordnung. Sie fordern die Stadt auf, die Wohnungsbaugesellschaft Brebau komplett zu erwerben. Derzeit halten die öffentliche Hand und die Sparkasse Bremen jeweils 49  Prozent an der Gesellschaft, in deren Portfolio sich rund 6000 Wohnungen und 1 000 Gewerbeimmobilien befinden. Zwei Prozent werden von einem Rechtsanwalt im Auftrag bremischer Industrieunternehmen gehalten.

Die Oppositionsfraktionen von CDU und FDP fordern in Anträgen unter anderem, dass die Landesregierung die kommunale Gewoba (an der Bremen knapp 75 Prozent der Anteile hält) dazu bewegt, mehr freifinanzierte Wohnungen auf den Markt zu bringen und auf eigenen Flächen zu bauen. Laut ihrem Neubauprogramm plant die Gewoba bis 2022 den Neubau von 1356 Wohnungen, darunter sind 1071 öffentlich geförderte. 

 je

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