Begriffe mit Inhalt füllen: In der Schau „Zukunftsfähig“ geht es um Nachhaltigkeit

Lösungen, die Bestand haben

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Das Modell des Umweltsatelliten „Envisat“ muss noch ein wenig justiert werden: Christine Klein vom Atelier „Zwoacht“ beim Ausstellungsaufbau im Haus der Wissenschaft. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj„Zukunftsfähig“. Ein Modewort – so abgenudelt, dass man es kaum noch hören mag. Genau wie „nachhaltig“. Beide Begriffe verbindet eine Ausstellung, die seit gestern Abend – und bis zum 26. April – im Haus der Wissenschaft (Sandstraße) zu sehen ist. Die von Vorträgen und Diskussionsrunden begleitete Schau füllt die abgegriffenen Worte wieder mit Inhalt.

Sie ist die nunmehr vierte Ausstellung der Senatorin für Bildung und Wissenschaft im Haus der Wissenschaft und zugleich der vierte Teil der Reihe „Einfach wissenswert“. Es geht um Korallenriffe und Fischbestände, um die Belastung der Meere und Küsten mit Mikro-Plastikmüll und um Weltraumschrott, um Luftverschmutzung und Elektromobilität. Und so weiter, und so fort. Selbst der Hausmüll ist ein Thema. Stichwort: Recycling.

Das Büro „Retrokonzepte“ hat die Ausstellung kuratiert, die Gestaltung stammt vom Atelier „Zwoacht“. „Es geht um Lösungen, die in der Zukunft noch Bestand haben“, sagt Jens Schulz von „Zwoacht“ über die Ausstellungsidee. „Denk‘ doch mal Zukunft“, heißt es animierend in der Ausstellungswerbung. Präsentiert werden „14 Bremer Projekte“ aus 14 Forschungseinrichtungen.

Fernab aller Moden haben die Ausstellungsorganisatoren dabei versucht, den Begriff „Nachhaltigkeit“ auf seinen historischen Ursprung zurückzuführen. „Bereits 1713 benutzte der Wissenschaftler Hans Carl von Carlowitz in seiner Schrift ‚Anweisung zur wilden Baum-Zucht‘, also Forstwirtschaft, den Begriff der Nachhaltigkeit“, heißt es auf einer Definitionstafel, die am Anfang der Schau zu sehen ist. Der Oberberghauptmann aus Freiberg (Sachsen) gilt als „Vater“ der Nachhaltigkeit.

Die Ausstellungsmacher fügen noch eine Definition an, die die von den Vereinten Nationen eingesetzte Brundtland-Kommission im Jahr 1987 formuliert hat: „Zukunftsfähig ist eine Entwicklung, in der die Bedürfnisse heutiger Generationen so befriedigt werden, dass auch kommende Generationen noch die gleichen Chancen haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.“

Und in der Praxis? „Der Umweltsatellit ‚Envisat‘ funktioniert seit Monaten nicht“, sagt Schulz. Ursache ist vermutlich ein doppelter Kurzschluss. Reparieren oder entsorgen? Das ist nun die Frage – auf der Erde.

Ein weiteres Beispiel spielt im Straßenverkehr. Das Projekt „EO smart“ des „Robotics Innovation Centers“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen verknüpft Elektromobilität mit einem platzsparenden Stadtauto, das Länge und Höhe verändern und sich mit anderen „EO-smart“-Mobilen zu „Autoketten“ verbinden kann. Das E-Auto, das seine Form dem Verkehr anpasst – eine Vision, wie sich urbane Verkehrsströme in der Zukunft organisieren lassen können.

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