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Rönner-Zech kauft Lloyd Werft in Bremerhaven: Beschäftigte dürfen bleiben

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Von: Felix Busjaeger

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„Lloyd Werft“ steht auf einem Schild am Eingang zum Werftgelände.
Das Unternehmen „Lloyd Werft“ wurde nun an die Rönner-Zech-Gruppe verkauft. © Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Nach der Insolvenz im Januar steht der Käufer der Lloyd Werft aus Bremerhaven nun fest: Am Freitagabend ging der Zuschlag an die regionale Rönner-Zech-Gruppe.

Update 15:30 Uhr: Die insolvente Bremerhavener Lloyd Werft ist an die Rönner-Zech-Gruppe verkauft worden. Der Kaufvertrag wurde am späten Freitagabend unterschrieben. Zunächst war unklar, wie es mit den 230 Beschäftigten weitergeht. Jetzt erklärten Zech und Rönner: Alle Mitarbeiter dürfen bleiben. Das berichtet das Bremer Regionalmagzin „buten un binnen“.

Gewerkschaftsvertreter forderten bereits im Vorfeld eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten. Die Industrie- und Werftarbeitsplätze müssten langfristig und zu Tarifbedingungen erhalten werden, sagte Doreen Arnold von der IG Metall Weser-Elbe. Die Mitarbeiter der Werft wurden kurz nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages schriftlich informiert, für Montagnachmittag ist eine Betriebsversammlung geplant.

Zum Konzept der Rönner-Zech-Gruppe sei geplant, die Werft weiter für Schiffsreparaturen und -umbauten zu nutzen. Freie Flächen sollen demnach für Arbeiten etwa aus dem Bereich Stahlbau verwendet werden. Im Gefolge der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern hatte auch die traditionsreiche Lloyd Werft in Bremerhaven im Januar Insolvenz angemeldet. Beide Unternehmen gehörten zum Hongkonger Mischkonzern Genting. Dessen Kreuzfahrtsparte war wegen der Pandemie in Schieflage geraten.

Lloyd Werft in Bremerhaven verkauft: Neue Eigentümer kommen aus der Region

Erstmeldung vom Samstag, 5. März 2022, 11:00 Uhr: Bremerhaven/Bremen – Die Bremerhavener Lloyd Werft bleibt in norddeutscher Hand. Am späten Freitagabend sei ein Kaufvertrag mit der Bremer Rönner-Zech-Gruppe unterschrieben worden, teilte der Sprecher des Insolvenzverwalters am Samstag mit. Zwei Tage lang habe es mit unterschiedlichen Bietern intensive Verhandlungen gegeben, hieß es laut Deutscher Presse-Agentur. „Uns sind beide Konzepte umfangreich dargestellt worden. Am Ende hat die Rönner-Zech-Gruppe den Zuschlag erhalten“, wird der Sprecher zitiert. Zuvor hatten „buten un binnen“ sowie der Weserkurier über den Verkauf berichtet.

Stadt:Bremerhaven
Einwohner:113.557 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche:101,41 Quadratkilometer
Oberbürgermeister:Melf Grantz (SPD)

Lloyd Werft in Bremerhaven: Rönner-Zech-Gruppe übernimmt Traditionsunternehmen

Weitere Informationen zum Verkauf der Lloyd Werft aus Bremerhaven sollen am Samstagnachmittag folgen. Auch wie es für die etwa 230 Mitarbeiter der Werft nach der Übernahme durch die Rönner-Zech-Gruppe weitergeht, ist gegenwärtig noch unklar. Wie „buten un binnen“ berichtet, hätten Zech und Rönner ihr Angebot noch kurzfristig einmal nachgebessert. Ursprünglich haben sich drei Bieter für die Lloyd Werft interessiert. Der andere Bieter im Schlussrennen um die Bremerhavener Werft war der Schiffs- und Yachtbauer Al Seer Marine aus den Arabischen Emiraten.

Ursprünglich waren die Bremer Zech Group und die Bremerhavener Rönner Gruppe als einzelne Bieter aufgetreten. Das berichtete unter anderem der Weserkurier vor einigen Tagen. Zuletzt hatten sich die Interessenten zusammen getan und den Plan geäußert, für den Fall des Zuschlags ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. Rönner ist bereits Betreiber der Werft Bredo Dry Docks in Bremerhaven. Im ursprünglichen Angebot sah das Unternehmen vor, nur einen Teil der Belegschaft der Lloyd Werft übernehmen zu wollen. In der Lloyd Werft wurden unter anderem auch Schiffe für russische Oligarchen gebaut. Etwa das 115-Meter-Schiff „Luna“.

Kurt Zech ist neuer Eigentümer von Lloyd Werft: Unternehmer betreibt eigene Schiffsmanagementgesellschaft

Kurt Zech ist vielen Menschen aus der Region als Bauunternehmer bekannt. Ihm gehört aber auch die Schiffsmanagementgesellschaft Zeaborn Ship Management, die rund 200 Containerschiffe, Schwergutfrachter und Tanker für andere Eigentümer betreibt. Die neuerworbene Lloyd Werft könnte er nun unter anderem für die Wartung seiner Schiffe nutzen. Im Jahr 2020 stand Kurt Zech inmitten eines eigenen Insolvenzverfahrens: Seine Reederei Zeamarine musste abgewickelt werden. Zahlreiche Schiffe wurden damals nach Nord- und Südamerika verkauft. Das berichtete damals die Deutsche Verkehrs-Zeitung.

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Insolvenz der MV-Werften: Lloyd Werft musste Zahlungsunfähigkeit im Januar 2022 anmelden

Die Lloyd Werft aus Bremerhaven musste im Januar 2022 Insolvenz anmelden. Vorausgegangen war die Zahlungsunfähigkeit der Muttergesellschaft MV-Werften an der Ostsee. Um einen neuen Eigentümer für die traditionsreiche Werft aus Bremerhaven zu finden, war umgehend ein Bieterverfahren gestartet. Dabei besonders tragisch: Nach Ansicht des Insolvenzverwalters Christoph Morgen wäre der Insolvenzantrag nicht nötig gewesen, da die Werft liquide sei. Die MV-Werften gehören, wie die Bremerhavener Lloyd Werft, bisher auch zum angeschlagenen Mischkonzern Hongkonger Genting.

Dass es nun im Zuge der Insolvenz der Lloyd Werft zu einer regionalen Lösung kommt, wird wohl auch im Sinne der örtlichen Wirtschaft sein. Gegenüber dem Weserkurier teilte die Handelskammer Bremen am Donnerstag mit, dass das Vorhaben zweier regionaler Unternehmen, die Lloyd Werft zu übernehmen, auf große Zustimmung gestoßen sei. Darin würde die Handelskammer eine große Chance für die Werft und die regionale Wirtschaft sehen, wird Eduard Dubbers-Albrecht, Präses der Handelskammer Bremen, zitiert. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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