Großauftrag soll Lloyd Werft-Zukunft für mindestens fünf Jahre sichern

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Lloyd Werft in Bremerhaven (Archivbild)

Bremerhaven - Fünf Kreuzfahrtschiffe will die Lloyd Werft für eine US-Reederei bauen. Für die 400 Mitarbeiter der traditionsreichen Werft in Bremerhaven sind das gute Nachrichten, denn mit dem Bau von Luxuslinern hatten sie nicht immer Glück.

Der geplante Bau von neuen Kreuzfahrtschiffen auf der Bremerhavener Lloyd Werft sichert aus Sicht des Betriebsrates die Zukunft des Unternehmens für die nächsten fünf bis sieben Jahre. Die US-Reederei Crystal Cruises hatte am Montag angekündigt, dass sie insgesamt fünf Luxusliner in Bremerhaven bauen lassen will. „Es wäre der größte Auftrag in der Geschichte der Lloyd Werft“, sagte der Geschäftsführer der IG Metall Bremerhaven, Karsten Behrenwald, am Dienstag.

Die Lloyd Werft befindet sich derzeit nach Angaben des Betriebsrats in einer wirtschaftlich stabilen Lage. 2004 hatte die Werft Insolvenz beantragen müssen, nachdem das Kreuzfahrtschiff „Pride of America“ kurz vor Fertigstellung von einem Sturm gegen die Pier gedrückt und mit dem Heck auf den Hafengrund abgesackt war. Die „Pride of America“ war das letzte Kreuzfahrtschiff, das in der Lloyd Werft gebaut wurde, seitdem kümmerten sich die aktuell rund 400 Mitarbeiter vor allem um Reparatur- und Umbauarbeiten.

Der Auftrag gebe Planungssicherheit für die nächste fünf bis sieben Jahre, sagte der Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller. „Das ist eine große Motivation für die Belegschaft.“ Die Lloyd Werft und die amerikanische Reederei Crystal Cruises hatten eine Absichtserklärung vereinbart, nach der in Bremerhaven drei luxuriöse Kreuzfahrtschiffe und zwei Flusskreuzfahrtschiffe gebaut werden sollen. Zum Auftragsvolumen wurde nichts bekannt, die Lloyd Werft wollte sich zunächst nicht weiter dazu äußern.

Jedes der drei Hochsee-Kreuzfahrtschiff soll Platz für maximal 1000 Gäste bieten. Angeboten werden nur Suiten mit mindestens 37 Quadratmetern. Auf dem obersten Deck stehen außerdem jeweils 48 Wohneinheiten zum Kauf zur Verfügung. Das größte dieser Appartements ist 372 Quadratmeter groß. Der erste dieser drei Neubauten soll Ende 2018 in Dienst gestellt werden. IG Metall-Geschäftsführer Behrenwald sagte: „Der Auftrag ist ein starkes Signal für die Werft und den Standort.“ Allerdings stelle er die Werft auch vor eine große Herausforderung. 2013 konnte die Werft neue Aufträge im Wert von knapp 200 Millionen Euro an Land ziehen, größter Einzelauftrag war der Bau eines Rohrverlegeschiffes für die Offshore-Branche.
dpa

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