Politik und Wirtschaft

Bremer Delegation berichtet von Reise nach Südafrika und Namibia

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Handelskammer-Präses Harald Emigholz mit den Flaggen der Länder, die Bremens Delegation besucht hat.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Und wenn viele Menschen gemeinsam verreisen, dann gibt es natürlich besonders viel zu erzählen. Eine knapp 60-köpfige Politik- und Wirtschaftsdelegation aus Bremen und dem Nordwesten hat in der Zeit vom 1. bis zum 10. Juni Südafrika und Namibia besucht.

Die Handelskammer hat die Reise organisiert. Von politischer Seite waren unter anderem Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) dabei, aber auch Oppositionsvertreter wie CDU-Chef Jörg Kastendiek. CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder reiste für sein IT-Unternehmen Team Neusta mit. Zu den Wirtschaftsvertretern zählten Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe und BLG-Chef Frank Dreeke. Zudem waren etliche Mittelständler mit von der Partie.

„Wir hatten eine sehr erfolgreiche Reise“, fasste Handelskammer-Präses Harald Emigholz am Montag wenig überraschend zusammen. Er lobte die – Zitat – „hohe Qualität der Gesprächspartner“ und die „gute Zusammenarbeit“. Emigholz: „Wir hatten eine wirklich gute Stimmung.“ Und nicht nur das. „Wir haben Märkte mit vielen Chancen kennengelernt, aber auch mit vielen Risiken.“ Ein Township-Ausflug vor den Toren Kapstadts habe „sehr deutlich gemacht, dass es noch einige sehr brutale Realitäten“ in Südafrika gebe; ins Detail wollte der Präses hier nicht gehen.

„Auch wir wollen einen Beitrag zur Entwicklung des afrikanischen Kontinents leisten“, sagte Bürgermeister Sieling. Ein großes (diplomatisches) Thema der politischen Gespräche sei das koloniale Erbe gewesen. Hier gelte es, Stellung zu beziehen zur Vergangenheit, zur deutschen Verantwortung – sonst „bleiben die Türen dicht“. Sieling: „In Namibia gab es kein politisches Gespräch, in dem wir nicht länger über die Folgen der Kolonialzeit gesprochen haben.“ Wie berichtet, will Bremen zwei Nama-Schädel aus der Sammlung des Übersee-Museums an Namibia zurückgeben. Das Thema sei dort „sehr präsent“ gewesen, sagte Sieling weiter.

Bremens Name hat in Afrika einen guten Klang

Mehrfach kam das Gespräch auch auf die Bremer Hilfsorganisation Borda. Der gemeinnützige Verein setzt sich für Menschenrechte auf Wasser, Sanitärversorgung und gesunde Gewässer ein – auch im südlichen Afrika und beispielsweise mit Kläranlagen. Kapstadt kämpft gegen Wassermangel, die Stauseen sind leer. „Das Thema Wassersparen zieht sich dort durchs gesamte Leben“, so Bürgermeisterin Linnert. „Im Hotelzimmer gab‘s ‘ne Eieruhr in der Dusche.“ Badewanne? Gar nicht erlaubt.

Bremens Name aber habe im südlichen Afrika einen „guten Klang“, hat Linnert festgestellt. Das wird untern anderem auf das Entwicklungs-Engagement der Bremer zurückgeführt. Es sei „deutlich geworden, dass das internationale Profil unserer beiden Städte und die langjährige Entwicklungszusammenarbeit die zentrale Basis für Vertrauen und Zukunftschancen sind“, so Sieling. „Hafenentwicklung, Wissenschaft, bremische Kompetenz in der Wasserwirtschaft, bei der Förderung von Existenzgründungen, beruflicher Bildung sowie ein vielfältiger Kulturaustausch haben konkrete Vereinbarungen möglich gemacht.“

Wie so etwas aussieht, schilderten Unternehmensvertreter. Dr. Karsten Galipp von der Inros Lackner AG, einem Planungsbüro für Transportinfrastruktur: „Mir ging es darum, neue Anknüpfungspunkte für die Begleitung von Infrastrukturprojekten zu finden. Die Vorhaben Namibias zur Entwicklung seiner Transportkorridore sind für uns sehr vielversprechend.“ Thomas Hintz (Hintz Foodstuff Production) sprach von „sehr konkreten Kontakten“ nach Namibia: „Es sind schon E-Mails mit Mengenangaben gekommen. Momentan sieht es sehr positiv aus.“

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