„No Sex in the City“ feiert Premiere im ausverkauften Packhaustheater

Liebesgeflüster

Max (Sebastian Teichner, unten) liegt auf dem Bett unter dem mexikanischen Pagen Juan (Andreas Werth), nachdem beide während einer Tanzübung umgekippt sind. Susan (Arlette Stanschus) überrascht beide und ist entsetzt – Szene aus „No Sex in the City“, das im Packhaustheater läuft. Foto: THEATERSCHIFF BREMEN

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Born to be wild“ als Klopfzeichen am Anfang eines Seitensprungs: Zwei hierfür vorgesehene Hotelzimmer sind durch eine Doppeltür verbunden. Doch so richtig wild sind Susan und Max nicht. Irgendwie sind sie sogar ein sympathisches Ehepaar aus Ohio und witzig obendrein. In der ausverkauften Premiere von „No Sex in the City“ am Donnerstag im Packhaustheater ist das Publikum auf ihrer Seite und hat viel zu lachen.

Max ist kein „Mister 100 000 Volt“, sondern eher ein träger, verklemmter und leicht ängstlicher Elektriker. Auch im Ehebett kann er seinen Beruf nicht beiseitelegen. Sebastian Teichner zeigt hervorragend eine vielen irgendwie vertraute Art von Mann zwischen Nerd und Homer Simpson. Wenn es intim wird, verkrampft bei ihm alles. Und des Öfteren kullert er einfach aus dem Bett.

Bei den Fotos auf der Dating-Börse waren die zwei ebenfalls nicht ehrlich. Die Folge: Durch die offene Doppeltür schaut sich das Pärchen bald entsetzt in die Augen – hatte doch jeder jemand ganz anderen und nicht den eigenen Partner erwartet. Doch Max und Susan wollen im New Yorker Spezialhotel die Chance nutzen und ihre Ehe retten.

Kleidung fällt und mit dieser auch die Stimmung. Entgeistert muss Susan die ausgesprochen prächtige Unterhose von Max erblicken. Ein riesiger „Spongebob“ mit weitoffenen Augen blickt sie aus Richtung des Unterleibs ihres Mannes an. Von den raffinierten Dessous seiner Partnerin ist Max wenig angetan. „Ich hätte mich wahrscheinlich in Isolierband einwickeln müssen“, sagt Susan. Wie bekommt sie Max dazu, zärtlich zu werden? Susan fordert ihn auf, sie sich als Sicherungskasten vorzustellen. „Bei der Betrachtung als Fachmann würde ich dem Kunden zu einem neueren Modell raten“, sagt Max wenig schmeichelhaft. Ein Sicherungskasten gehöre alle 20 Jahre ausgewechselt. Arlette Stanschus zeigt eine sinnliche Susan, die zwar durch die Stumpfheit ihres Partners immer wieder zum Ausrasten gebracht wird, aber dennoch eine engelsgleiche Geduld an den Tag legt.

Zuschauerin Heike Winter (52) aus Bremen ist nach der Premiere begeistert: „Das war sehr lebensnah und durchaus realistisch. Ich glaube, es ist in vielen Haushalten so. Die Schauspieler waren alle sehr gut.“

Die Rettung des Paares ist das Hotelpersonal. Der mexikanische Page Juan, von Andreas Werth als leicht verrückter Charmeur gespielt, macht Max immerhin deutlich, was er an Susan hat: „Sie ist ein Feger, ein Handfeger.“ Hotelbesitzerin Caren (Claudia van Veen) hilft als Dildo-Fee mit einer ordentlichen Rotlicht-Aura. Ein munterer Abend im Elektriker-Stil mit derben Dialogen und vielen Körperstellungen!

Termine

„No Sex in the City“ ist bis zum 13. Juli im Packhaustheater im Schnoor (Wüstestätte 11) zu sehen. Die nächsten Aufführungen: heute, Sonnabend, 20 Uhr, morgen, Sonntag, 15 Uhr, sowie am 24. Mai, 20 Uhr, am 25. Mai, 17 und 20 Uhr, und am 26. Mai um 15 Uhr. Eintritt: 30 Euro. Kontakt: www.packhaustheater-im-schnoor.de

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