„Liebe auf den ersten Blick“

Alexis Papathanassis neuer Rektor in Bremerhaven

Im Amt: Professor Alexis Papathanassis ist neuer Rektor der Hochschule Bremerhaven.
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Im Amt: Professor Alexis Papathanassis ist neuer Rektor der Hochschule Bremerhaven.

Professor Alexis Papathanassis ist neuer Rektor des Hochschule Bremerhaven. Er setzt auf „Kreativität durch Vielfalt“.

  • Von Rhodos über London „ans Meer“.
  • Rektor stammt aus „touristischer Familie“.
  • Hochschule soll bis 2025 auf 4000 Studenten wachsen.

Bremerhaven – Er will Verantwortung übernehmen. Und Raum für neue Ideen und Lösungen schaffen. Professor Alexis Papathanassis ist seit 15. Februar Rektor der Hochschule Bremerhaven. Vor einer Woche überreichte ihm Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) die Ernennungsurkunde. Der 45-Jährige hat sich gegen zwölf Mitbewerber durchgesetzt. Er ist zunächst für fünf Jahre berufen worden.

Der gebürtige Grieche ist seit 2005 in der Seestadt. An der Hochschule Bremerhaven wurde er zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Touristik/Seetouristik berufen. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Papathanassis im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich fühlte mich sofort wie zu Hause. Die Wassernähe erinnert mich an meine Heimatinsel Rhodos.“

Papathanassis stammt aus einer „touristischen Familie“. Sein Vater betreibt auf Rhodos eine Incoming-Agentur. Die kümmert sich auf der Insel um die Touristen – Bustransfer, Ausflüge und so weiter. Seine Mutter arbeitet als Fremdenführerin. Zum Studium ging es für Papathanassis auf eine andere Insel, nach Großbritannien, Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der University of Bath und absolvierte dann sein Managementstudium an der London School of Economics and Political Science.

Promotion in Hannover

Mit dem Abschluss als „Master in Wirtschaftsinformatik“ wechselte er 1999 zur TUI nach Deutschland und promovierte nebenbei an der Leibniz-Universität Hannover in Wirtschaftswissenschaften. 2005 folgte er dem Ruf aus Bremerhaven und wurde dort Professor – mit 29 Jahren. Papathanassis ist jemand, der Tempo ins Spiel bringt und Sachen vorantreibt. An der Hochschule hat er sich für die Weiterentwicklung des Studiengangs „Cruise Tourism Management“ engagiert, im April 2009 dann das Amt des Studiendekans übernommen. Seit August 2014 ist er Dekan im Fachbereich Management und Informationssysteme. Und stellte Weichen für die zukunftsorientiert Ausrichtung der Studiengänge.

Jetzt will er als Rektor weitere Weichen stellen. Der zweifache Vater betont, dass er die Zukunft gemeinsam mit den Hochschulangehörigen gestalten will. Er setzt auf „ständige Dialoge, intensive Kommunikation und flache Hierarchien“, auf Transparenz bei Entscheidungen und „offene Türen“.

„Wir sind eine kleine Hochschule“, sagt Papathanassis, „und wir wollen einen Tick größer werden.“ Im Rahmen des Wissenschaftsplans 2025 will die Hochschule Bremerhaven die Zahl ihrer Studenten von derzeit gut 3 000 auf 4 000 steigern. Dafür setzt der neue Rektor auf „Kreativität durch Vielfalt“. Es sei wichtig, Mitarbeiter zu motivieren und Ideen zu sammeln, Energien zu aktivieren und in konkrete Schritte umzusetzen. Es gehe nicht um den einen großen Wurf. „Mit kleinen Schritten kommt man viel weiter.“ Und es sei eben die Kunst, diese kleinen Schritte systematisch zu aktivieren und zu organisieren.

Neue Studiengänge

Neue Angebote soll es geben. Die Einführung des Studiengangs „Soziale Arbeit“ ist zum Wintersemester 2022/2023 geplant. Der praxisintegrierte duale Studiengang Lebensmitteltechnologie/Lebensmittelwirtschaft soll bereits zum Wintersemester 2021/2022 angeboten werden. Weitere Studienangebote wie der „Physician Assistant“ sind in Vorbereitung. „Aber auch die bestehenden Studiengänge haben Potenzial für eine Modernisierung und nachhaltiges Wachstum“, sagt Papathanassis. Und ihr maritimes Profil behalte die Hochschule „so oder so“. Dafür sprechen Standort und inhaltliche Profilierung. „Ich sehe die Hochschule als Persönlichkeit.“

Die Corona-Pandemie zwingt auch die Hochschule Bremerhaven zum digitalen und hybriden Unterricht. „Wir haben es durch die Digitalisierung der Infrastrukturen geschafft, unseren Bildungsauftrag auch unter erschwerten Bedingungen zu erfüllen“, sagt der Rektor. Das sei eine beachtliche Leistung. Ob es nach Corona wieder volle Hörsäle gibt? „Wir sind immer noch eine Präsenzhochschule“, sagt Papathanassis. „Aber einige Sachen, die wir in der Not entwickelt haben, werden wir behalten.“ Die Digitalisierung werde für die Zukunft zusätzliche Möglichkeiten schaffen.

Studenten aus 40 Nationen

In den 24 technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen der „Hochschule am Meer“ studieren derzeit rund 3 000 Studenten aus 40 Nationen. Um sie kümmern sich rund 150 Mitarbeiter in Lehre und Verwaltung. Im Jahre 1879 entstand in Bremerhaven die Navigationsschule, 1884 das Städtische Technikum – beides Vorläufer der heutigen Hochschule. Mittlerweile umfasst das Spektrum zwei Fachbereiche aus den Gebieten Energie- und Meerestechnik, Life Science, Logistik und Informationssysteme sowie Tourismus und Management.

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