Creditreform befragt Mittelstand: Optimismus und Risikobereitschaft steigen

Lichtblicke am Wirtschaftshimmel

Das Bremer Baugewerbe spürt leichten Aufwind.

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · Die mittelständische Wirtschaft in Bremen steckt noch immer im Sog der Wirtschaftskrise. Ein kräftiger Aufschwung sei nicht zu erkennen, sagt Ve rena Seddig, Geschäftsführerin von Creditreform Bremen.

Doch es gibt Lichtblicke. Zuversicht, Optimismus und Risikobereitschaft kehren zurück, folgert Seddig aus der aktuellen Frühjahrsumfrage der Wirtschaftsauskunftei bei 270 Unternehmen in der Hansestadt.

Die Einschätzungen lassen sich auch in Zahlen ausdrücken: Die aktuelle Geschäftslage wird schlechter eingeschätzt als im Frühjahr 2009, der Index verliert 1,8 Zähler und notiert bei 22,7 Punkten. Die Prognosen sind allerdings weit optimistischer als vor einem Jahr – der Index steigt von 13,7 auf 24,4 Punkte. Die Einschätzungen der Unternehmen zu Ist-Zustand und Zukunftsaussichten fließen wiederum in den Geschäftsklima-Index ein. Und der liegt mit 22,6 Punkten deutlich über dem Vorjahresergebnis (18,2), aber unter Bundesschnitt (25,7).

Vor allem der Handel leidet unter der Krise. Lediglich jedes vierte Unternehmen (23,9 Prozent) aus dem Sektor bewertet seine Geschäftssituation mit „gut“ oder „sehr gut“. Vor einem Jahr waren es noch mehr als die Hälfte der Unternehmen (51,9 Prozent). Verarbeitendes Gewerbe, Bau und Dienstleistungssektor spüren hingegen deutliche Verbesserungen, sagt Horst Wehrse, Abteilungsleiter Wirtschaftsinformation bei Creditreform Bremen.

Unter Druck sind auch die Bilanzen. 41,4 Prozent der Bremer Mittelständler meldeten Umsatzrückgänge. Im Frühjahr 2009 waren es 35,8 Prozent. Und: Nur jedes achte Unternehmen (12,0 Prozent) steigerte in den vergangenen sechs Monaten den Umsatz. Vor einem Jahr waren es 27,4 Prozent der Firmen. Ein Grund: der harte und lange Winter. Schnee, Kälte und Glatteis haben vor allem dem Baugewerbe und dem Handel „die Ergebnisse verhagelt“.

Die Aussichten hellen sich jedoch auf. Acht von zehn Unternehmen erwarten stabile bis steigende Umsätze. Zudem steigt die Investitionsbereitschaft. 41,4 Prozent wollen Geld in die Hand nehmen. Die Mehrzahl der risikobereiten Mittelständler (51,8 Prozent) will in neue Anlagen investieren. „Das zeigt, dass etwas vom Markt erwartet wird“, sagt Seddig. Jedes fünfte Unternehmen will seinen Personalbestand aufstocken. Nur sechs Prozent der Bremer Mittelständler planen einen Jobabbau.

Derweil bleibt es für die Firmenchefs schwierig, an Fremdkapital heranzukommen. Die Bedingungen bei der Kreditvergabe verschärften sich, notiert jedes vierte Unternehmen. „Eine echte Kreditklemme ist nicht feststellbar“, so Seddig. „Eigenkapital fehlt“, ergänzt Wehrse. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote liegt lediglich bei knapp über 30 Prozent. Eine Folge: Im Jahr 2009 stieg die Zahl der Insolvenzen im Bremer Mittelstand um 10,6 Prozent auf 313.

WWW.

creditreform-bremen.de

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