Straßennamen erzählen Geschichten (397): Albert Bote macht als Unternehmer Politik und engagiert sich in der Kirche

Ein liberaler Baumwollhändler

Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · Baumwollhändler, Liberaler, Kirchenvorstand – Albert Bote war ein typischer Bremer Kaufmann. Einer, der sich in der Stadt und für die Stadt engagierte. Und einer, der offensichtlich mit Geld umgehen konnte. Einer, der zumindest im Beruf und in seinen Ehrenämtern viel mit Geld zu tun hatte. Nach Albert Bote ist eine Straße im Güterverkehrszentrum (GVZ) benannt.

Albert Joachim Werner Bote wird am 13. Mai 1889 in Bremen geboren – als Kaufmannssohn. Der Vater stirbt früh. Albert Bote wird sozusagen ins kalte Wasser geworfen und hilft schon während der Schulzeit im elterlichen Geschäft. Es folgt eine kaufmännische Ausbildung im Baumwollhandel. Nach der Lehrzeit heuert er 1912 in der Bremer Niederlassung des amerikanischen Unternehmens „Cotton Ware house“ an, dem er bis zum Lebensende treu bleiben wird.

Zunächst kommt der Erste Weltkrieg. Bote wird Soldat. „Ersatzedelreservist“, heißt es in Chroniken. Die Firma „Cotton Warehouse“ verlegt nach dem Krieg ihr Europageschäft nach Rotterdam, Bote leitet die Niederlassung. Erst 1931 kehrt er mit „seiner“ Firma in die Hansestadt zurück. Er wird außerdem Vorstandsmitglied des Vereins Bremer Baumwollhändler und der Bremer Baumwollbörse. Das bleibt er bis 1935, ehe er unter Protest gegen die Nationalsozialisten seine Ämter niederlegt.

Albert Bote gilt politisch als Liberaler. In der Schlussphase des Kaiserreichs engagierte er sich in der Nationalliberalen Partei, während der Weimarer Republik zählt er zum Vorstand der Deutschen Volkspartei (DVP). Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört er zu den Mitbegründern der Bremer Demokratischen Volkspartei (BDV), für die er auch als Abgeordneter in die Bremische Bürgerschaft einzieht. Er wird Fraktionschef und Schatzmeister der Partei. 1948 und 1949 zählt er zu den Vertretern Bremens im Parlamentarischen Rat und im Länderrat des US-amerikanischen Besatzungsgebiets.

Der BDV geht 1951 in der FDP auf. Doch Bote ist Mitglied des „liberalen Kreises“, einer innerparteilichen Opposition. Er wird Anfang der 50er Jahre aus der Partei ausgeschlossen, 1955 wieder aufgenommen und sogleich zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. In diesem Amt bleibt er bis 1958.

Von 1949 bis 1951 agiert der Kaufmann als Präsident der Bremer Baumwollbörse. Und mit Geld hat Bote noch in einem anderen Amt zu tun. Er fungiert zwei Jahrzehnte lang als Rechnungsführer der Inneren Mission, ist währenddessen maßgeblich an der Gründung der Diakonischen Anstalten Friedehorst in Lesum beteiligt. Zudem engagiert sich Bote einige Jahre lang als Bauherr im Kirchenvorstand der Innenstadtgemeinde Unser Lieben Frauen.

Albert Bote stirbt am 27.   Februar 1961 in seiner Heimatstadt Bremen. Die nach ihm benannte Straße im Güterverkehrszentrum (GVZ) verbindet die Niedervielander Straße mit der Ludwig-Erhard-Straße.

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