Neues „Bild des Monats“

Leuchtendes Rot im Overbeck-Museum: Frühling im Sommer

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Fritz Overbecks „Äcker im Frühling“ sind das aktuelle „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Sommerliche Farben sorgen für eine sommerliche Stimmung – dabei trägt das Bild nicht den Sommer, sondern den Frühling im Titel. Was ist zu sehen? Drei leuchtend rote Häuser inmitten des satten Grüns der Bäume, eingerahmt vom blauen Himmel und einem gelblichen Sandweg.

Bei dem Bild „Äcker im Frühling“ von Fritz Overbeck „wird der Blick des Betrachters durch einen Weg direkt zu einem kleinen roten Haus in die Bildmitte geleitet“, so Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums in Vegesack. Die „Äcker im Frühling“ sind dort das „Bild des Monats“.

„Die Farbe Rot ist hier nicht nur die kräftigste Farbe, sondern sie erscheint zugleich näher und markanter als alle anderen Farben. Im Oeuvre von Fritz und Hermine Overbeck setzt die Farbe Rot damit für den Betrachter unerwartete Akzente und hat stets eine Signalwirkung“, so Pourshirazi weiter.

Welche Wirkung wollte Fritz Overbeck mit dem rot-grünen Kontrast erzielen? Um Fragen wie diese geht es bei zwei Kurzführungen zum „Bild des Monats“, die am Mittwoch, 19. Juli, und Donnerstag, 27. Juli, jeweils um 17 Uhr beginnen. Der wissenschaftliche Volontär Stefan Schuchardt erzählt dann Geschichten rund um das Gemälde.

Horizonte im Grenzbereich

Unter dem Titel „Geahnte Horizonte“ hat das Overbeck-Museum unterdessen eine Sonderausstellung eröffnet, die das Werk von Fritz und Hermine Overbeck mit Arbeiten des zeitgenössischen Künstlers Conrad Sevens, Jahrgang 1940, konfrontiert.

Anklänge an Maler wie Caspar David Friedrich und William Turner finden sich in dessen Bildern. „Conrad Sevens lotet in seinen Werken den Grenzbereich zwischen Abstraktion und Landschaftsmalerei aus“, sagt Museumsleiterin Pourshirazi.

„Dabei zeigt sich die Schönheit einer auf ihre Essenz reduzierten Natur. Von einem rätselhaften Leuchten durchdrungen, erscheinen die Bilder wie Seelenlandschaften: entrückt und empfindsam, ruhig und doch fließend, transparent und dennoch undurchdringlich.“ Und: „Die Konturen sind nebelverhangen, der Horizont ist allenfalls erahnbar. Hier verdichten sich Wahrnehmung und Emotionalität zu einer Vision, die innere und äußere Wirklichkeit einschließt.“

Sevens studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und an der Académie des Beaux-Arts in Paris. Er arbeitet seit etwa 50 Jahren als freischaffender Künstler – in Düsseldorf und Tarascon (Frankreich). „Seinen Werken werden in der Ausstellung ausgewählte Arbeiten von Fritz und Hermine Overbeck gegenübergestellt, die ebenfalls die geradezu hypnotische Weite und Ruhe menschenleerer Landschaften thematisieren“, heißt es in Vegesack. Die Ausstellung dauert bis zum 1. Oktober.

Overbeck und Worpswede

Fritz Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede dann, um sich mit seiner Familie in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau, der Malerin Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937), dort seit 1990 das Museum gewidmet. Es ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Eine Führung durch die Sevens-Schau mit Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi beginnt am Sonntag, 30. Juli, um 11.30 Uhr.

Zehn Fotoserien zum Thema „Putzen“

Und noch einmal nach Vegesack: „Irgendwer wird das schon saubermachen.“ Überall wird fortwährend geputzt – im Bahnhof, auf der Straße, im Zoo, im Stadion, im Bauch eines Schiffes. Die Fotojournalistinnen Silke Kirchhoff und Isabel Winarsch haben mit der Kamera einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Sie würdigen in ihren je fünf Fotoserien die Menschen, die Bremen und Bremerhaven sauberhalten.

„Und sie machen die Arbeit sichtbar, die oft nicht wahrgenommen wird“, sagt ein Sprecher der Arbeitnehmerkammer. Die nämlich zeigt die Fotoserien demnächst in der Galerie im Vegesacker Geschichtenhaus (Zum Alten Speicher 5 A).

Eröffnung: Dienstag, 1. August, 20 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung mit dem Titel „Putzen“ dann bis zum 9. September. Die Öffnungszeiten: dienstags bis sonnabends in der Zeit von 10 bis 16 Uhr, Eintritt: „nach eigenem Ermessen“ im Bereich zwischen einem und fünf Euro.

Die Schau ist ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitnehmerkammer und des Vegesacker Geschichtenhauses. Zur Eröffnung sprechen Olaf Damerow (Gewerkschaftssekretär) und Peter Schenk, Kulturreferent der Kammer.

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