Bundesvision Song Contest in Bremen

Raab und Heufer-Umlauf spielen sich die Bälle zu

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Stefan Raab und Gloria-Sänger Klaas Heufer-Umlauf spielten sich bei der Pressekonferenz die Bälle zu.

Bremen - Von Ulla Heyne. In der ÖVB Arena laufen die Vorbereitungen für den elften Bundesvision Song Contest des Senders „Pro Sieben“ am Samstag in der ÖVB Arena auf Hochtouren.

Mit ihrem Titel „Lass uns gehn“ hatten „Revolverheld“ den musikalischen Wettstreit in die Hansestadt geholt. Und dort fühlen sich die teilnehmenden Bands aus den 16 Bundesländern sichtlich wohl – darauf lässt jedenfalls die gelöste Stimmung bei der Pressekonferenz am Freitagmorgen schließen. Als Stefan Raab den bereits mit Bands gefüllten Raum betritt, ist im Hintergrund Ferris MC beim Proben zu hören. „Kann mal jemand den Krach ausmachen?“, frotzelt der Meister, um dann gewohnt locker mit den Teilnehmern über Songs und Chancen zu plaudern. „Kommt Ihr beim Schlagerpublikum an?“, will er von Glasperlenspiel nach deren Support von Helene Fischers Stadiontour wissen. Mark Forster, bei dem angesichts dessen Bekanntheitsgrad die potenzielle Fallhöhe am höchsten sein dürfte, entlockt er das Geständnis: „Mir geht schon ein bisschen der Stift“. Das sei ihm selbst auch so gegangen, als er letztes Mal als Teilnehmer des Vorentscheids zum Eurovision Song Contests mit „Wadde hadde dudde da“ vor Jahren in Bremen zu Gast war, verrät der geistige Vater des Wettbewerbs, der deutscher Musik eine Plattform bieten soll.

Dass in diesem Jahr ein Newcomer wie „Namika“, „3Viertelelf“ oder die Saarländer von „Perdu“ mit dem Verdener Frontmann Arne Kiesewetter das Rennen macht, ist angesichts einer so hohen Promidichte wie noch nie wohl kaum zu erwarten. Denn außer großen Namen wie „Madsen“ oder den „Donots“ verstecken sich auch hinter weniger bekannten Bands renommierte Künstler: Jan Josef Liefers tritt mit „Radio Doria“ für Sachsen an , Jeanette Biedermann mit „Ewig“ für Brandenburg. Ausgerechnet bei ihr hat der große Meister einen Hänger – doch Raab wäre nicht Raab, wenn er den Schnitzer nicht gekonnt wegfrotzeln würde. Ebenso wie die Pause, als Yvonne Catterfeld im Interview fehlt, weil sie noch probt. Kurzerhand lässt er Klaas Heufer-Umlauf, mit „Gloria“ für Bremen am Start, die Fragen beantworten. Die beiden TV-Kollegen spielen sich die Bälle zu – nicht nur musikalisch wird der Shooting Star des deutschen Fernsehens hoch gehandelt, auch wenn Raab durchblicken lässt, dass die funkige Nummer von „Deichkind“-Gründungsmitglied Buddy Buxbaum so ganz nach seinem Geschmack ist.

Die Herzen der Journalisten erobert dagegen Ferris MC. Auf die Frage, warum viele Rapper singen oder, wie der Moderator es ausdrückt, „versuchen, die Worte tonal zu formen“, entgegnet der Hamburger Rapper lässig: „Fahr mal runter, Digga!“ Das Unikum bringt die Kritik an dem immer Mainstream- und Star-lastigeren Wettbewerb auf den Punkt: „Es ist Zeit für Leute mit Ecken und Kanten, für Freaks, für eine neue Ära!“

Die Stars des Bundesvision Song Contest in Bremen

Die wird spätestens im nächsten Jahr eingeläutet. Die Nachfrage, ob Raab sich zumindest als Teilnehmer oder Komponist eine weitere Präsenz beim Bundesvision Song Contest vorstellen könnte, verneint er entschieden: „Nur, wenn er nicht mehr im Fernsehen läuft!“, kokettiert er mit dem angekündigten Abschied von der TV-Bühne.

Ob die von Ferris MC eingeforderte „neue Ära“ mit dem diesjährigen Zuschauervotum beginnt, bleibt abzuwarten. Raabs Versprechen musikalischer Vielfalt, „von romantisch bis asozial“, wobei die Blicke von den Donots zu den „Deichkindern“ - Ferris MC und Buddy Buxbaum - wandern, scheint jedenfalls eingelöst zu werden.

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