Noch kein Ende seiner Karriere im Nationalteam

Leif Lampater: „Ich soll die jungen Fahrer führen“

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Leif Lampater fährt auch weiterhin für das deutsche Nationalteam. In Bremen kam der 34-Jährige gut aus den Startlöchern. 

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Von der ganz großen Enttäuschung ist bei Leif Lampater nichts mehr übrig. Dabei musste der 34-jährige Radprofi im Mai des vergangenen Jahres einen echten Tiefschlag verkraften. Lampater hatte auf die Karte Olympische Spiele in Rio gesetzt, dafür seinen Rennstall gewechselt, auf viele Einnahmen bei Sechstagerennen (auch in Bremen) verzichtet, um in Südamerika mit dem deutschen Bahn-Vierer zu starten. Es passte auch alles: Die Qualifikation wurde gepackt und Lampater hatte beste Karten, auch nominiert zu werden. Aber dann: Am 1. Mai 2015 brach er sich im Training das Kahnbein der linken Hand. Olympia war damit für ihn gelaufen.

„Das war natürlich eine sehr, sehr große Enttäuschung für mich, denn in meinem Alter bekomme ich eine Olympiachance wohl so schnell nicht wieder“, sagt der zweifache Sieger der Bremer Sixdays (2009 und 2014). Doch der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ließ den erfahrenen Mann nicht im Regen stehen. Der Kontrakt mit dem Rennstall rad-net Rose Team, der vom BDR unterstützt wird, wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Lampater nimmt das aber keineswegs als Fingerzeig dafür, dass Olympia 2020 in Tokio nun richtig konkret wird. Der gebürtige Waiblinger, der jetzt mit Frau und kleinem Kind in Schechen (liegt bei Rosenheim) wohnt, hat seine eigene Sicht der Dinge: „Ich denke, dass mich der Verband noch behalten will, damit ich die jungen Fahrer führe. Und dieser Job macht mir auch sehr viel Spaß.“ Doch die Leistung stimmt nach wie vor, wie der DM-Titel im Vierer im August 2016 bewiesen hat. Sollte das mit Tokio tatsächlich klappen, wäre er 37 und damit wohl der älteste deutsche Olympiateilnehmern im Radrennen überhaupt. „Vorsicht. Der Guido Fulst hat auch spät noch an Olympia teilgenommen“, wirft Lampater ein. Stimmt, aber bei Fulsts lezter Teilnahme im Jahre 2004 in Athen war er erst zarte 34 Jahre alt.

Egal. Lampater denkt momentan nur an die Gegenwart. Und die bedeutet: Einsatz zusammen mit dem Holländer Wim Stroetinga in der ÖVB-Arena. Und warum gab ihn der BDR im Gegensatz zum Vorjahr für das Rennen in der Hansestadt frei?

Gewöhnung an die enge Bahn klappt problemlos

„In einer nacholympischen Saison ist der Verband nicht so streng. Ich durfte alle Sixdays fahren, für die ich einen Vertrag bekommen habe“, erklärt der Stabsunteroffizier der Bundeswehr. In dieser Saison sind das London, Gent, Amsterdam, Bremen, Berlin und Kopenhagen. In Rotterdam (liegt unmittelbar vor Bremen) war er lange auch Stammgast, „doch die haben in diesem Jahr nur ein deutsches Paar genommen – und da war ich nicht dabei“.

Also fehlen ihm einige Bahn-Kilometer in den Beinen. Nicht so schlimm, denn mit dem BDR-Kader war somit Zeit, mit ins Trainingslager auf Mallorca zu fahren. „Wir hatten dort perfekte Bedingungen und sind täglich bis zu 160 Kilometer gefahren.“ Am Dienstag ging es dann zurück in die Heimat, um Sachen zu packen und am Donnerstag pünktlich in Bremen zu erscheinen.

Das klappte auch. Wie auch die Gewöhnung an die enge Bremer Bahn, denn zusammen mit Stroetinga holte er sich gleich die erste volle Wertung des Abends und belegte nach der ersten Nacht hinter dem Duo Kalz/Keisse den zweiten Platz. „Alles gut. Wir haben uns auf Anhieb gut zurecht gefunden“, sagte Lampater, der in Kürze zum zweiten Mal Vater wird und dann die Aktivitäten für die Nationalmannschaft etwas herunterschrauben wird: „Vielleicht fahre ich aber im April die WM in Hongkong.“

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