Leidenschaft für Mode

„Lewini“: Bremer Student betreibt eigenes Label

Afrikanische Farben für zeitgenössische und bequeme Alltagskleidung: David Lewis ist der Gründer des Modelabels „Lewini“. Foto: OTMANE SABIR
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Afrikanische Farben für zeitgenössische und bequeme Alltagskleidung: David Lewis ist der Gründer des Modelabels „Lewini“.

Bremen – David Lewis geht mit der Mode, er kann gar nicht anders. Seine Kleidung ist farbenfroh, die Muster sind inspiriert von traditionellen Gewändern aus Nigeria, die Schnitte bequem. Lewis, der eigentlich im zweiten Jahr „Global Economics and Management“ an der englischsprachigen Jacobs-Universität in Grohn studiert, hat ein Modelabel gegründet. Es heißt „Lewini“.

Die Leidenschaft für Mode hat der 21-Jährige seiner Mutter zu verdanken. „Als ich ein Teenager war, bin ich mit ihr immer auf die Märkte gegangen, um Stoffe zu kaufen.“ Das war in Lagos, dem wirtschaftlichen Zentrum von Nigeria. Viele Nigerianer fertigen ihre Kleidung selber an. Sie kaufen Stoffe auf den Märkten und geben sie zu Schneidern, die aus ihnen Gewänder für spezielle Anlässe oder auch für den Alltag fertigen. „Die verschiedenen Textilien, die Muster und Farben haben mich fasziniert“, so Lewis. „Ich habe viel Zeit auf den Märkten verbracht.“

Seine ersten selbst produzierten Kleidungsstücke waren Hosen. „Ich hatte als Teenager sehr lange Beine. Die Hosen aus den Geschäften waren mir entweder zu kurz oder zu lang“, erinnert er sich lächelnd. Also stellte er seine eigenen Hosen her.

Dabei blieb es nicht, schnell kamen Shorts hinzu und später Overalls, immer noch für den privaten Bedarf. „Je mehr ich mich ausprobiert habe, desto mehr Spaß hat es mir gemacht“, sagt Lewis. Während eines Aufenthaltes in den USA wurde ihm klar, dass daraus mehr werden könnte. Lewis besuchte eine Sommerschule an der Yale University, natürlich trug er seine selbst designten Hosen – und die gefielen auch anderen. Also gründete er „Lewini“, sein eigenes Modelabel.

„Ich mische Tradition mit Moderne, bringe afrikanische Farben und Muster mit Alltagskleidung in Verbindung, so dass sie kombinierbar sind“, beschreibt Lewis seinen Stil. „Als Designer ist meine Auswahl an Stoffen und Mustern Ausdruck meiner Gedanken und meines Wesens. Die Farbe, Form oder Muster drücken meine Individualität aus, fördern sie – die Kleidung macht mich unverwechselbar.“ Jedes Stück ist ein bequemes Unikat, handgefertigt, in Bioqualität. Auch die Stoffe designt der 21-Jährige teilweise selber.

Lewis ist zunächst in Lagos zur Schule gegangen, wechselte dann als 16-Jähriger auf die „African Leadership Academy“, eine Kaderschmiede für zukünftige Führungskräfte aus Afrika mit Sitz im südafrikanischen Johannesburg.

Zur Bremer Jacobs-Uni kam er, weil er eine Universität suchte, die vielfältig sei, international ausgerichtet und akademisch anspruchsvoll. In Deutschland war Lewis zuvor noch nie gewesen. „Ich wollte eine neue Kultur kennenlernen und eine neue Sprache.“ Beim Einleben half ihm seine deutsche Gastfamilie, die ihn vom Flughafen abholte  – und die er üblicherweise zweimal im Monat trifft. „Sie ist großartig“, sagt er. Auch ein bisschen Deutsch spricht Lewis inzwischen. Und natürlich sind seine Kommilitonen hilfreich, die aus mehr als 120 Ländern stammen. „Diese Diversität an der Jacobs-Universität genieße ich. Durch sie lerne ich sehr viel, sie inspiriert mich auch.“

Lewis ist meist mit seinem Skizzenbuch unterwegs, in dem er erste Ideen festhält. Seine Entwürfe schickt er als Scans zu Schneidern nach Nigeria, die seine Schnitte dann umsetzen und die fertigen Kleidungsstücke dann per Schiff nach Bremen schicken. Aufträge und Anfragen sammelt Lewis derzeit auf seinem Instagram-Auftritt. Ein Online-Shop ist im Aufbau. Mit der Hilfe von Freuden hat er kürzlich einen Film produziert, in dem er seine Modeideen erklärt. Gegenwärtig arbeitet Lewis an seiner Sommerkollektion, voraussichtlich im Mai soll sie fertig sein. Wie sie aussehen wird? Farbenfroh!

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