Seit November 40 Bremer infiziert

Legionellen: Drittes Todesopfer

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Am Wochenende sei ein über 60-jähriger Mann, der zur Behandlung in einem Hamburger Krankenhaus war, an den Folgen der Infektion gestorben.

Bremen - Von Jörg Esser. Die rätselhafte Häufung von Legionellen-Erkrankungen in Bremen hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Am Wochenende sei ein über 60-jähriger Mann, der zur Behandlung in einem Hamburger Krankenhaus war, an den Folgen der Infektion gestorben.

Es handele sich um einen Bremer, der schon längere Zeit erkrankt war, hieß es. Seit November haben sich in zwei Wellen rund 40 Bremer mit Legionellen infiziert und eine Lungenentzündung bekommen. Jeweils etwa die Hälfte der Erkrankten infizierte sich im Herbst, die andere Hälfte seit Februar. Der eingangs erwähnte Mann ist das dritte Todesopfer.

Alle Erkrankten hielten oder halten sich häufig im Bremer Westen auf – privat oder beruflich. „Der Zustand der anderen 21 Patienten ist stabil“, teilte das Gesundheitsressort gestern mit. Noch fünf von ihnen befinden sich den Angaben zufolge in verschiedenen Krankenhäusern, 16sind mittlerweile wieder entlassen worden. Bei einem neu gemeldeten Erkrankungsfall aus Niedersachsen werde noch geprüft, ob es einen Bezug zu den Bremer Erkrankungen gibt und um welchen Legionellenstamm es sich handelt.

Die Behörden sind derweil weiter auf der Suche nach der Quelle der Legionellenerkrankungen. So haben Gesundheitsressort und Umweltressort die Betreiber von Rückkühlanlagen erneut aufgerufen, sich bei der Gewerbeaufsicht zu melden. „Wir brauchen dringend diese Informationen, um zu verhindern, dass weitere Menschen erkranken. Je eher wir Auskunft darüber haben, desto besser können wir die Bremer Bürger schützen“, sagte heute Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD).

Die akribische Suche geht weiter. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) entnimmt täglich Proben und untersucht sie im Labor. Inzwischen wurden 33 Betriebe beprobt, weitere werden nachkontrolliert. Weiterhin werden auch Proben von Betrieben genommen, von denen die Ergebnisse der Eigenkontrollen vorliegen. Die Gewerbeaufsicht schätzt die Anzahl der Anlagen im Land Bremen auf etwa 100 Stück. Identifiziert wurden bisher 48 Betriebe. Die Betreiber von Rückkühlanlagen, die als Verursacher infrage kommen, sind seit 11. März mit einer Allgemeinverfügung auf Basis des Bundesimmissionsschutzgesetzes dazu verpflichtet worden, sich zu melden. Die Frist läuft am Dienstag, 29.März, ab.

Bisher haben sich nur wenige Betreiber gemeldet. Jenen, die ihre Anlage bis dahin nicht melden, droht ein Bußgeld von bis zu 50000 Euro. „Im schlimmsten Fall können die Behörden Anlagen auch stilllegen“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsressorts.

Nach Ablauf der Frist will das Gewerbeaufsichtsamt Bußgeldbescheide verschicken. Ab Anfang nächsten Jahres soll zudem eine gesetzliche Meldepflicht auf Bundesebene geben. Bremen habe diese mehrfach angemahnt, heißt es.

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