Leester Grundschüler treffen den Astronauten und Geophysiker Alexander Gerst

Faszinierende Perspektiven

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Die Leester Grundschüler Andrej Bershadsky und Freya Galipp mit Astronaut Alexander Gerst.

Bremen - Von Viviane Reineking. Aus 400 Kilometern Höhe hatte er eine faszinierende Perspektive auf die Erde, eine, die er – vor allem über soziale Netzwerke – während seiner Zeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) mit vielen Menschen geteilt hat. Gestern war der Astronaut Alexander Gerst zu Gast in Bremen. 40 Grundschüler aus Leeste nutzten die Gelegenheit, den 39-Jährigen mit Fragen zu löchern.

Freya Galipp weiß genau, was sie später einmal werden möchte. Ihr Wunsch: als Astronautin ins All fliegen. Daran ist Alexander Gerst nicht ganz unschuldig. Gemeinsam mit ihren Mitschülern der dritten Klassen von der Hundertwasser-Grundschule in Leeste hat die Achtjährige im Unterricht Experimente durchgeführt, die auch Gerst auf der ISS gemacht hat. Gestern trafen die Nachwuchsforscher am Standort von Airbus Defence and Space in Bremen auf Gerst, der als dritter Deutscher im vergangenen Jahr 165 Tage im Weltall verbrachte.

Beschäftigt haben sich die Grundschüler zum Beispiel mit der Frage, wie sich Papierflieger in einem Umfeld verhalten, in dem kein Vakuum, aber Schwerelosigkeit herrscht. Den eigenen Versuch unter Schwerkraft verglichen sie mit dem von Gerst im „Fliegenden Klassenzimmer“ auf der ISS, den sie über ein Video im Bremer School-Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verfolgten. „Viele haben es nicht für möglich gehalten, dass der Flieger, wenn man ihn loslässt, im Raum schwebt und nicht herunterfällt“, so Schulleiterin Ingrid Delgehausen.

Dass Astronauten schweben können und zudem noch Experimente durchführen, hat Freya besonders fasziniert. Ob er irgendwann einmal ins All fliegen möchte, weiß Andrej Bershadsky dagegen noch nicht. Aber wie Gerst, mit dem sich der Neunjährige gestern auf Russisch unterhält, will er Physiker werden. Und die haben, so erzählt der Astronaut, ebenso wie andere Wissenschaftler, Mediziner und Ingenieure die Chance, als Astronaut ausgewählt zu werden. Den potenziellen Nachwuchs begeistert Gerst gestern in der Spacelab-Halle von Airbus jedenfalls mit faszinierenden Bildern von der ISS, seltenen Blicken auf die Erde und spannenden Berichten von seiner Mission: So sei die Beschleunigung beim Raketenstart etwa dreimal so stark wie bei einem Formel-1-Wagen. Der Flug bis ins All dauere nur acht Minuten, das „Einparken“ bei der Raumstation dagegen sechs Stunden. 16 Mal am Tag hätte er beim Umrunden der Erde den Sonnenaufgang gesehen. Ein Weltraumspaziergang sei eher so anstrengend wie ein Marathon und „da draußen gibt es mehr Sterne als Sandkörner auf der Erde“. „Von dort oben sieht man, wie wichtig die Erde für das Universum ist: nämlich überhaupt nicht wichtig. Für uns Menschen allerdings ist sie das, doch sie ist sehr zerbrechlich.“

Im Rathaus trug sich Gerst gestern ins Goldene Buch der Stadt ein, bevor er den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einen Besuch abstattete.

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