Zwischennutzungskonzept „Citylab“ soll den Lloydhof wiederbeleben

Leere weicht Labor

Vanessa Just (26) hat sich selbstständig gemacht und bietet in ihrem Geschäft „Nur Manufaktur“ vorwiegend bremische Spezialitäten an. Im Gespräch erklärt sie Wirtschaftssenator Martin Günthner ihr Konzept. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Neuanfang im Lloydhof: Mit dem Zwischennutzungskonzept „Citylab“ wird das Gebäude in der Bremer Innenstadt zum „Labor“ für Einzelhändler, Gastronomen, Künstler und Kreative. 19 Mieter beherbergt das Objekt, bis Ende 2017 (dann endet das Konzept) soll „Stadt neu interpretiert werden“ und so das Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden.

„Dieses Objekt hat eine schwierige Geschichte.“ Andreas Heyer von der Wirtschaftsförderung (WFB) machte gestern in seiner Begrüßungsrede keinen Hehl daraus, dass Bremen mit dem Lloydhof nicht immer gute Erfahrungen gemacht hat. Mitte 2015, die Stadt hatte mit dem portugiesischen Projektentwickler „Sonae Sierra“ nahezu alles unter Dach und Fach gebracht, das neue „City-Center“ sollte kommen, da sprang der Investor kurzerhand ab. Zuvor hatte es Probleme und Verzögerungen durch Versorgungsleitungen gegeben, die überraschend aufgetaucht waren. Es folgten weiterhin gähnende Leere und Leerstand im Lloydhof, der eigentlich ebenso wie das Brill-Parkhaus für Bremens „großen Wurf für die Innenstadt“ abgerissen werden sollte.

Jetzt soll alles anders werden – zumindest für eine gewisse Zeit. In Zusammenarbeit mit der Stadt und der City-Initiative hat die WFB das neue Zwischennutzungskonzept „Citylab“ auf den Weg gebracht. Wie der Name „Citylab“, also „Stadtlabor“, verrät, sollen sich bis Ende 2017 unter anderem Einzelhändler und Gastronomen „ausprobieren und austoben“ können, so Andreas Heyer zum Konzept. Dazu biete man als Verantwortlicher den Mietern unter anderem flexible Mietzeiten, kurze Kündigungsfristen und eben die zentrale Lage. Darüberhinaus solle durch die Angebote auch die „Aufenthaltsqualität“ in der Innenstadt gesteigert werden, so Heyer.

Konkret finden sich aktuell unter anderem Wellness- und Kosmetikanbieter, Geschäfte für individuelle Mode, ein Spielwarenladen, Kunsthandwerker und Kunstverein, ein Fotostudio und ein Shop mit ausgewählten bremischen Spezialitäten sowie zwei Imbisse im Gebäude mit Glaskuppel. Zudem, so berichtete gestern Dr. Jan-Peter Halves von der City-Initiative, plane man für den anstehenden Sommer eine „Fußballarena“. Spiele der Europameisterschaft sollen live gezeigt werden. „Kleine, positive Erlebnisse“, wie zum Beispiel W-Lan, Stühle, Tische, Dekoartikel sowie City-Gärten und Sandkästen vor dem Gebäude sollen eine „gelungene Neuinterpretation von Stadt“ erschaffen.

Für Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) ist das „Citylab“ eine „ganz wunderbare Zwischennutzung“ und eine „ideale Variante“, die Zeit für Entscheidungen zur Nachnutzung zu überbrücken. Was nach Ende 2017 mit dem Gebäude passiere, solle bis dahin mit den politischen Gremien entschieden werden.

Vanessa Just, die mit ihrem Geschäft „Nur Manufaktur“ ausschließlich handgefertigte Produkte vorrangig aus Bremen anbietet, ist es eine „super aufregende Phase“. Die 26-Jährige hätte sich nach eigenen Angaben nicht in dieser Form selbstständig gemacht, wäre die WFB „nicht so enthusiastisch gewesen“, berichtete sie.

Ab heute bis Sonnabend, 30. April, lockt das „Citylab“ mit einem Besucherprogramm. Unter anderem stellen Künstler ihre Arbeiten vor, für Kinder gibt es einige Attraktionen.

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