Schülerfirmen zeigen ihre Produkte

Leckereien aus Reagenzgläsern

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Mörser statt Kochlöffel: Marius Meinzel (v.l.), Thorben Wendorf, Laura Sabrowski und Marina Kusel vom „Kräuterlabor“.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Leckereien neben Reagenzgläsern. Das „Kräuterlabor“ der IGS Oyten sieht schon sehr nach Spezialistenwerk aus. Er hat den ersten Platz in der Rubrik professionellster Messestand bei der achten Schülerfirmen-Messe des Bremer Landesinstituts für Schule mit 26 Ausstellern am Donnerstag im „Cinemaxx“ gewonnen.

Essen aus dem Labor, davor braucht man hier keine Angst zu haben. Die vier Schüler haben Brot beschmiert und streuen Salz drauf, zum Probieren.

Salz mit Chili, das ist feurig. Ein verträumtes Aroma hat dagegen Zucker mit Lavendel. Aber warum Labor und nicht Küche? „Wir haben immer viel mit Reagenzgläsern gearbeitet, daher der Name“, sagt Thorben Wendorf. Auch Zuckerproben stehen vor ihm in Reagenzgläsern. „Wir testen ständig neue Sachen“, sagt Mitschülerin Marina Kusel. Auch Tees und Badesalz stellt die Schülerfirma her. Sie kooperiert mit anderen Schülerfirmen. Diese liefern Ständer für Reagenzgläser und T-Shirts mit der Aufschrift „Kräuterlabor“.

Platz zwei geht an „Kunstprodukte made in Huckelriede“ von der Wilhelm-Kaisen-Schule. Kunterbunte Stühle, Tische und Lampenschirme, die auch Geschichten erzählen, stehen vor dem Stand. Die Möbelstücke sind mit Comic-Seiten beklebt. Ein wirklich jugendlicher Stil. „Wir nehmen dafür alte Comics“, sagt Evelyn Stanikowski aus der Klasse 6a. Auch Keramik und Gartenkeramik entsteht an der Schule. „Die Keramik kommt drei Tage in den Ofen bei 1 250 oder 1 060 Grad“, sagt die Künstlerin Kerstin Holst, die die Schüler unterstützt. Ebenfalls im Angebot: Taschen, verziert mit schickem Siebdruck.

Auch die ganz Kleinen haben sich ins Zeig gelegt. „Willkommensdetektive“ ist eine Schülerfirma der Grundschule an der Beethovenstraße. Für Migranten haben sie ein Wörterbuch gemacht, sogar mit Gesichtsausdrücken für Vokabeln wie Freude, Wut oder Kopfschmerz. Dazu ist eine Broschüre für Migranten über ihre Schule gedruckt. Dafür gab es einen von zwei Preisen für die pfiffigste Idee. Der andere ging an den Shop „CvO macht Druck“ von der Carl-von-Ossietzky-Oberschule vertreten mit modisch bedruckten T-Shirts.

Wiederverwertung liegt auch bei Schülerfirmen im Trend. Dafür gibt es auch einen Preis, den Award, vergeben unter anderem von der Bremer Aufbaubank und dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte. Der erste Platz geht an Anne Bruns und Lisa Rieder von Fockes-Textilatelier an der Wilhelm-Focke-Oberschule. Die zwei haben bereits einiges produziert. Vor ihnen liegen schicke Etuis, genäht aus ausrangierten Landkarten. Jedes davon ist ein Unikat. 

„Viele Kollegen haben schon spezielle Bestellungen aufgegeben. Sie wollten Brasilien oder auch Italien auf dem Etui“, sagt Lehrerin Claudia Schleese, zuständig für die Betreuung der Schülerfirma. An einem Etui arbeiten die Schülerinnen etwa 20 Minuten. Die Nähmaschine kommt gut durch das Kunststoff-Stoff-Gewebe durch. 

Die zwei wollen auf Masse produzieren. Das machen sie auch bei der Herstellung von Geldbörsen aus leeren „Capri-Sonne“-Tüten. „Wir nähen immer zwei zusammen. Im Inneren des Etuis ist Filz“, sagt Rieder. Bruns zeigt eine Umhängetasche, bestehend aus einer alten Jeans und Stoffresten. „Alles wird wiederverwertet“, sagt sie.

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