26-jähriger Bulgare steht wegen versuchten Mordes vor Gericht

Lebensgefahr nach Stichen

Bremen - Von Nina SeegersEin 26-jähriger Bulgare soll am 9. Februar dieses Jahres einen 66-jährigen Mann in dessen Wohnung mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Deshalb muss sich der junge Mann seit gestern wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Bremen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dass er „plötzlich und unerwartet“ von hinten zweimal auf sein Opfer eingestochen hat. Unmittelbar zuvor sollen die Männer miteinander Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Der 66-Jährige, der vor Gericht als Nebenkläger auftritt, ließ sich gestern von seinem Anwalt vertreten, er war selbst nicht anwesend. Er hatte nach der Tat durch eine Notoperation gerettet werden können.

Mit Hilfe seiner Dolmetscherin erklärte sich 26-jährige Bulgare nach der Verlesung der Anklage bereit, eine umfassende Aussage zu machen – laut seiner Version, soll es sich bei der Tat um Notwehr gehandelt haben.

Er sei das erste Mal auf den Nebenkläger getroffen, als er 2011 für zwei bis drei Monate in Bremen gearbeitet habe, um seine Familie zu unterstützen. Der 66-Jährige habe ihn in der Bremer Innenstadt angesprochen und ihm Arbeit versprochen. So hätten sie sich in der Wohnung des Mannes getroffen, wo es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. „Er war sehr nett, gar nicht grob und hatte mir versprochen, mich gut zu bezahlen“, sagte der Angeklagte. Anschließend habe sich dafür aber selbst verurteilt, denn dass er sich prostituierte, sei für ihn das erste Mal gewesen, zu Hause in Bulgarien habe er Frau und Kinder.

Laut der Aussage des Angeklagten soll ihn der Nebenkläger nach einem weiteren Treffen eine Woche lang in seiner Wohnung festgehalten haben. „Er hat mir meinen Ausweis weggenommen“, so der 26-Jährige. Erst nach langem Flehen habe der 66-Jährige ihn gehen lassen, und er sei nach Bulgarien zurückgegangen, so der Angeklagte.

Etwa ein Jahr später sei er jedoch nach Bremen wegen erneuter Geldprobleme zurückgekehrt und zufällig auf den Nebenkläger getroffen. Der habe ihn unter dem Vorwand zu sich nach Hause gelockt, dass seine Terrasse wieder hergerichtet werden müsse.

In der Wohnung sei der 66-Jährige dann zudringlich geworden. „Aber ich wollte das nicht und habe ihn von mir gestoßen“, so der Angeklagte. Daraufhin habe der Nebenkläger aus der Küche ein Messer geholt. Beide hätten sich beim Jagen durch die Wohnung mit dem Messer gegenseitig verletzt. Irgendwann sei er aus der Wohnung in den Hausflur geflüchtet und habe da gewartet, bis die von der Nachbarin alarmierte Polizei und der Notarzt eingetroffen seien.

Die Verhandlung wird am Montag, 30. Juli, um 9 Uhr vor dem Landgericht Bremen fortgesetzt.

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