Ausstellung in der Unteren Rathaushalle

Jüdische Gemeinde Bremen zeigt lebendige Geschichte

Elvira Noa steht vor einer Bild- und Texttafel zu Alexander Israel Arbisman.
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Elvira Noa, Kuratorin der Ausstellung „Jüdisches Leben“, steht vor einer Bild- und Texttafel zu Alexander Israel Arbisman aus der Ukraine, der 1993 nach Bremen eingewandert ist.

Jüdische Traditionen und Institutionen sowie Porträts eingewanderter Juden aus der ehemaligen Sowjetunion: All das präsentiert die Jüdische Gemeinde in der Unteren Rathaushalle.

Bremen – Furchen und Falten: 19 Porträtbilder und persönliche Lebensgeschichten lassen die Geschichte lebendig werden, in der Ausstellung „Jüdisches Leben“ in der Unteren Rathaushalle. Auch gibt sie interessante Einblicke in die jüdischen Traditionen und in die jüdischen Institutionen und Vereine im heutigen Bremen.

Die 19 Porträts stammen aus der Sammlung „Ins Gesicht geschrieben“ des Fotografen Rainer Geue. Sie zeigen betagte Menschen jüdischen Glaubens aus der frühen Sowjetunion, die einwanderten, nachdem ab 1991 die Rückkehr jüdischer „Kontingentflüchtlinge“ ermöglicht wurde. In Bremen verbrachten sie ihren letzten Lebensabschnitt. Neben Falten und Furchen, Spuren eines schweren Lebens, macht auch eine strahlende Freundlichkeit diese Gesichter aus, erlebten Leids, Todesgefahr und Ausgrenzung zum Trotz. Heute hat die Jüdische Gemeinde im Lande Bremen 840 Mitglieder. Einwanderer aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR machen einen großen Teil aus, sagt die Kuratorin der Ausstellung und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen, Elvira Noa.

In der Sowjetunion sei das Judentum als Nationalität eingestuft worden,. „Gläubige durften nicht in Synagogen gehen“, sagt Noa. Es habe lediglich zwei Feiertage gegeben. Es habe bei den Eingewanderten aber noch Erinnerungen an Jüdisches Leben gegeben. „Sie wollten so leben. Sie hatten den Wunsch, so zu beten“, sagt Noa. In Bremen haben sie ihren Glauben wieder mit Leben füllen können. Noa kennt alle Abgebildeten noch persönlich. Ein Großteil ist mittlerweile gestorben. Sie erzählt von einem der Männer auf den Porträtfotos. Alexander Israel Arbisman, 2011 hundertjährig gestorben. „Er war immer fröhlich“, sagt Noa. „Er hatte immer einen guten Rat für Menschen.“ 1987 verwitwet zieht er 1993 nach Bremen. Laut Informationstafel fielen in seiner Familie 60  Menschen den Nationalsozialisten zum Opfer.

Ziel: Glauben mit Leben gefüllt

Besucher der Ausstellung finden eine Einführung in die Jüdische Religion auf Informationstafeln. Es finden sich dort Erklärungen zur Tora, die mit ihren Erzählungen und Lehren die Grundlage des religiösen und traditionellen jüdischen Lebens ist. An ihrem Anfang stehen die Schöpfungsgeschichte und der Rhythmus von Arbeitstag und Ruhetag. So ist der Sabbat (auch: Schabbat) von Freitag- bis Sonnabendabend ein Tag, an dem sich der Gläubige von werktäglicher Tätigkeit fernhält. Auch bieten Tafeln Infos zu dem Chor „Git Woch“ mit jiddischem, israelischem und russischen Liedgut oder zum Jugendzentrum ATID der Jüdischen Gemeinde Bremen. Videos sind zu sehen, in denen sich Gemeinde-Mitglieder zu aktuellen Erfahrungen äußern.

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