Die Messe „Leben und Tod“ bietet Workshops, Infos und Dialog

Das Leben am Lebensende

Tod und Trauer kennenlernen: Interessierte finden auf der Messe „Leben und Tod“ Produkte und Dienstleistungen rund um das Leben am Lebensende. - Foto: Messe Bremen/Rathke

Bremen - Es geht um Informationen, Workshops, Dienstleistungen und den Dialog: Die Messe „Leben und Tod“ am 29. und 30. April befasst sich mit dem Leben am Lebensende. Welche Sargbeigaben sind möglich, wird Verstorbenen auch ihr Lieblingsnagellack aufgetragen – das sind Fragen, die sich nicht jeder zu stellen wagt.

Zum siebten Mal findet die Veranstaltung in der Messe Bremen (Halle 6) statt. Die interessierte Öffentlichkeit kommt mit Menschen zusammen, die ehrenamtlich oder hauptberuflich mit Sterben, Tod und Trauer umgehen.

Einer der Workshops trägt den Titel „Was Sie schon immer einen Bestatter fragen wollten (sich aber noch nie getraut haben)!“. Gisela Sender bietet ihn täglich auf der „Leben und Tod“ an. „Das ist ein offenes Angebot für Interessierte, die mehr zum Ablauf und den Möglichkeiten einer Bestattung erfahren möchten“, sagt die Bremer Bestattungsfachwirtin. Für Menschen, die schlecht Abschied nehmen können, empfiehlt sie eine Hausaufbahrung. Kaum jemand wisse jedoch, dass das bis zu 36 Stunden problemlos möglich ist. Und neben Unterwäsche könne Verstorbenen fast alles in den Sarg gelegt werden. „Häufig ist das eine letzte Botschaft, die Stange Zigaretten oder ein guter Tropfen“, sagt Gisela Sender.

Sterben vereinsamte Menschen, wird Frank Bergmann tätig. Der Bremer ist Erbenermittler. Er kommt zum Einsatz, wenn ein von Rechtswegen bestellter Nachlasspfleger keine Nachfahren ausfindig machen kann, die Anspruch auf das Vermögen des Verstorbenen haben. „Wir suchen dann in der dritten oder vierten Erbordnung nach lebenden Verwandten“, sagt Bergmann. In Archiven fahndet der Erbenermittler nach Urkunden, die den Stammbaum des Toten belegen. Teilweise werden aber auch Sekundarquellen bemüht, wie etwa Heuerbücher im Fall eines Seemannes, dessen Bruder verstarb. „Der wurde in Australien vermutet, gefunden haben wir ihn aber in Cuxhaven.“

Den Abschied von sogenannten Sternenkindern liebevoll zu gestalten, ist das Anliegen von Gabriele Haas und ihrem Sohn Christian. Hierfür lassen die Bestatter „Himmelsfähren“ bauen, speziell für Säuglinge und totgeborene Babys gefertigte Särge, die an ein Boot erinnern. „Aufgrund meiner Erfahrungen entstand der Wunsch, Eltern beim Loslassen zur Seite zu stehen“, sagt die Brandenburgerin.

Die Messe „Leben und Tod“ bietet mit rund 120 Ausstellern Produkte, Dienstleistungen und Ansprechpartner vieler wichtiger Verbände und Institutionen zu allen Bereichen von Leben, Tod und Trauer. Es gibt praktische Tipps beispielsweise für die Patientenverfügung und Vorsorge. Eine künstlerische Annäherung ist ebenfalls möglich. „Zum Totlachen!“: Im Workshop des Karikaturisten Schwarwel begegnen die Teilnehmer dem Endgültigen mit Illustrationen, Karikaturen und Comics.

Auf dem „Platz der Begegnung“ wird in diesem Jahr das Lebensfest gefeiert – verschiedene Kulturen und Religionen präsentieren sich an Ständen und erklären den Besuchern ihre Lebens- und Jenseitsvorstellungen: Was zum Beispiel erwartet die Aleviten am Ende des Lebens? Was die Muslime, die Hindus oder die Buddhisten? Infos liefern auch Filme und Power-Point-Präsentationen, zudem gibt es Speisen und Getränke zum Probieren. Eine musikalische Reise durch verschiedene Glaubensrichtungen bietet das Konzert „Musik aus allen Himmelsrichtungen“ am Sonnabend im Forum. Zuvor stellen sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion die verschiedenen Religionsvertreter der Frage „Was ist Leben, was ist Tod?“. - gn

Die „Leben und Tod“ findet vom 29. bis 30. April in der Halle 6 auf der Bürgerweide statt. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet sechs Euro, die Teilnahme am Kongress ist ab 20 Euro möglich.

www.leben-und-tod.de

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