Rocklegende Tina Turner

Interview: Sharon Ballard spielt das Leben einer Legende

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Sharon Ballard spielt und singt im Musical „One night of Tina“ die Titelrolle der Tina Turner.

Rocklegende Tina Turner wird am 26. November dieses Jahres 80 Jahre alt. Anlässlich des Geburtstages der „Queen of Rock’n’Roll“ geht das Londoner Musical „One night of Tina – a tribute to the music of Tina Turner” auf Tour durch Deutschland und Österreich. Am Donnerstag, 28. November, um 20 Uhr gastiert das Ensemble im Bremer Metropol-Theater am Richtweg. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

Bremen - Hauptdarstellerin Sharon Ballard (32), die mit Tourbeginn in die Rolle der weltberühmten Sängerin schlüpft, spricht im Interview über Legenden und Fans in verschiedenen Ländern, über Frisuren und CD-Cover.

Hallo, Frau Ballard. Sie sind schon als Kind, mit elf Jahren, zum Tina-Turner-Fan geworden. Was war es, dass die kleine Sharon an Tina beeindruckte?

Ich erinnere mich noch an das beeindruckende Bild auf dem Platten-Cover. Da war diese starke Frisur. Und da war so etwas in ihrer Stimme. Ich habe sie einfach geliebt. Ich habe dann als junges Mädchen zu ihrer Greatest-Hits-CD „Simply the best“ gesungen.

Heute trainieren Sie täglich für diese Rolle. Was ist auf der körperlichen Seite das Wichtigste?

Für mich ist es Ausdauer. Ich gehe jeden Tag ins Fitness-Center. Ich mag es, gleichzeitig singen und laufen zu können. Es ist nicht einfach, die dafür nötige Fitness aufrechtzuerhalten.

Sie haben auch Tinas „Signature Move“ gelernt, bei dem sie ihre Haare zur Seite wirft. Ein Trick, um die Hitze auf der Bühne besser auszuhalten ...

Ja, der ist sehr interessant und er macht viel Sinn. Er hilft, auf der Bühne Luft zu bekommen.

Sie sagen, Sie haben sich der Rolle angenähert, indem Sie nach Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Tina Turner gesucht haben?

Ich würde sagen, ich habe einige ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch ich habe eine Ehescheidung hinter mir. Ich weiß, was es für eine Frau bedeutet, als Alleinerziehende in einem so harten Gewerbe zu überleben. Tina ist eine sehr starke Persönlichkeit. Sie hatte ein Ziel, und sie erreichte es. Es ist sehr hart in dieser Branche, wenn man ein kleines Kind hat und noch nicht etabliert ist. Ich musste oft darüber nachdenken, wie ich es bezahle, meiner Tochter ein gutes Leben zu ermöglichen.

Sie sagen auch, dass es Ihnen wichtig war, tief in das Leben von Tina Turner einzutauchen. Sie haben Bücher von ihr gelesen. Wie schafft man es, solche Erkenntnisse auf die Bühne zu bringen? Oder bleibt das eher auf einer abstrakten Ebene?

Ich denke, das ist tatsächlich eher eine abstrakte Ebene. Man muss die Person kennen, die man darstellt. Man muss viele Informationen durchgehen, bevor man raus auf die Bühne geht. Als ich in ihren Büchern gelesen habe, was sie denkt und was sie sagt, habe ich verstanden, wie viel ihre Songs mit ihrem Leben zu tun haben.

Tina Turner hat viele negative Erfahrungen gemacht. Ihr erster Ehemann Ike hat sie geschlagen und schlecht behandelt. Wie wirkt das auf Sie? Wie wirkt das Ihrer Meinung nach auf ihr Dasein als Sängerin?

Sie hat wirklich schlechte Erfahrungen gemacht. Aber sie hat sie genutzt. Sie hat Gift in Medizin verwandelt. Das zu sehen, war für mich eine erstaunliche Erfahrung. Seit ich gelesen habe, was sie geschrieben hat, bin ich eine offenere Person geworden. Es gibt Menschen Hoffnung.

Sie beginnen Ihre Auftritte als Tina gleich auf einer internationalen Tour, zunächst in Deutschland. Hätten Sie gerne erstmal ein bisschen am Stammsitz des Musicals in London gespielt?

Das ist eine besondere Herausforderung. Aber Deutschland ist auf jeden Fall mein Lieblingsland. Das deutsche Publikum ist nämlich das beste. Es will immer Party. Ich war schon mit einem Blues-Brothers- und einem „Motown“-Musical in Deutschland auf Tour. Beim britischen Publikum hingegen ist es immer schwer, das Eis zu brechen.

Zur Person 

Sharon Ballard wurde 1987 in London geboren. Sie wuchs auf den Seychellen auf, wo sie erste Bühnenerfahrungen machte. Sie spielte bereits als Kind die Hauptrolle in „Annie”, dem ersten Musical des Landes. Sie besuchte auf den Seychellen auch das National Conservatoire for Performing Arts. Mit zwölf Jahren kehrte sie nach London zurück. Dort machte sie später eine Ausbildung an der Brit School for Performing Arts, zu deren Absolventen unter anderem auch Amy Winehouse und Adele gehören. Sie trat als Leadsängerin bei David Gest´s „Time-of-my-life”-Arena-Tour auf und sang dabei im Duett mit dem Grammy-Award-Gewinner Bill Medley („Righteous Brothers“). Als Schauspielerin arbeitete sie mit der BBC zusammen und trat in zahlreichen britischen Shows auf. Dazu kommen etliche Engagements in Theatern.

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