„Auf einen Espresso“ mit Bremens Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann

Laufend durch die Zeit

Sönke Hofmann hat seinen ersten Laufschuh mit zum „Espresso“-Termin gebracht. ·
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Sönke Hofmann hat seinen ersten Laufschuh mit zum „Espresso“-Termin gebracht. ·

Bremen - Von Ilka Langkowski„Viel wichtiger als die lateinische Bezeichnung fürs Knabenkraut zu kennen, ist es, Leute mitzunehmen und für den Schutz dieser Pflanze zu begeistern“, sagt Sönke Hofmann, Geschäftsführer des Naturschutzbund (Nabu) Bremen und Vorsitzender des Schullandheims Dreptefarm in Wulsbüttel.

Die Hauptaufgabe Hofmanns ist es, immer wieder neue Menschen anzusprechen, sich auf sie einzulassen und ein Ohr für deren Anliegen zu haben. Dafür gilt es, Zeit freizuschaufeln, denn der Nabu Bremen ist ein kleiner Verein, in dem die Kollegen auch mal füreinander einspringen müssen, ob im Büro oder beim Außentermin. Dabei freut sich der frühere Förster genauso über Kraniche, die über ihn am Himmel ziehen, wie über eine Schulklasse, die lautstark den Außenbereich des Schullandheims erobert. „Ich brauche nicht unbedingt stille Naturerlebnisse“, sagt Hofmann.

Der Bremer Nabu-Chef hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Hofmanns Wahl fiel auf seinen alten und ersten Laufschuh. Das Exemplar steht weniger für eine ausgeprägte Laufleidenschaft als vielmehr für einen neuen Lebensabschnitt oder ein neues Lebensgefühl. „Act your age“ (verhalte Dich altersgemäß) sagen die Amerikaner, und Hofmann läuft sich in die Vierziger. „Den flapsigen jungen Kerl nimmt einem keiner mehr ab“, sagt er.

Das erste Paar Laufschuhe hat Hofmann sich deutlich zu klein und für 19 Euro zugelegt, erzählt er. Mit dem Sport hat er nicht nur seinen inneren Schweinehund überwunden, sondern konnte, nachdem er das Rauchen aufgegeben hatte, auch eine „Ausdehnung des Körpers“ verhindern. Insgesamt fühlt er sich viel besser, seit er regelmäßig joggt. Mittlerweile weiß Hofmann, wo auf der Strecke Rehe und Hasen wohnen. Sonntags spart der Lauf zum Bäcker sogar Sprit, und da man in der Zeit, in der man läuft nichts anderes zu tun hat, kann der Nabu-Chef herrlich nachdenken, Dinge im Geiste konstruieren und tiefere Gedanken fassen. Das Laufen an sich aber, sagt Hofmann vergnügt, mag er eigentlich nicht.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Hofmann: Obwohl auch Wulsbüttel immer mehr zu einer Heimat wird, ist Bremen die Heimatstadt, mit der ich mich identifiziere und die ich öffentlich vertrete – übrigens würden die Städte ohne die Stadtstaaten politisch nirgendwo auf dem Zettel stehen.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Hofmann: Den Werdersee. Ich habe lange in der Neustadt gewohnt.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Hofmann: Das Rathaus, die gute Stube, Schnoor … den Standardrundgang. Vergangenes Jahr waren wir mit der Eselkutsche bei den Stadtmusikanten. Sehr, sehr schön ist auch der Bürgerpark mit seinen Baumriesen und der ältesten Baumhasel. Durch die Wallanlagen kann man fast bis zum Bürgerpark durchgehen, nur über den Bahnhof muss man. Es gibt unglaublich viele schöne Ecken, es kommt immer auf den Besucher an.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Hofmann: Ich schwanke zwischen Esel und Hund. Esel stehen bei uns am Schullandheim. Es sind tolle Tiere. Sie sind genügsam, treu, lieb und nehmen es einem nicht übel, wenn man mal ungeduldig wird. (lacht) Vielleicht sind sie in negativen Dingen ähnlich vergesslich und wenig nachtragend wie ich. Aber ein Leben ohne Hund könnte ich mir ebensowenig vorstellen.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Hofmann: Wahrscheinlich würde ich zu Hause alle möglichen Reparaturen anfangen. Freie Tage kenne ich nicht. Es ist immer etwas zu tun, wenn man Kinder und Tiere hat. Zeit, das sind ganz kostbare Momente, die ich dann mit meiner Frau teile.

Was macht Sie schwach?

Hofmann: Bier.

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