„Lasst sie einfliegen“: Bremer Philharmoniker üben für Auftritt mit Pop-Diva

„Leseprobe“ für Anastacia

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Bei der „Leseprobe“ spielten die Bremer Philhamoniker gestern das erste Mal die Stücke des Arrangements von Steffen Drabek für das Konzert mit Popdiva Anastacia.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Jetzt proben wir ein Stück, das ohne Band gespielt wird“, sagt Steffen Drabek. „‚Lifeline‘, im Sechs-Achtel-Takt“, gibt er dem Orchester der Bremer Philharmoniker mit auf den Weg. Im Probensaal erklingen, voll und klar, Bratschen, Hörner und Flöten.

Ernst ist die Ballade mit dem übersetzten Titel „Lebenslinie“ der Pop- und Rocksängerin Anastacia. Mächtig aber ist der Klang der Orchesterfassung. Bislang spielen Band und Bremer Philharmoniker noch jeder für sich. Die einen sind derzeit auf Tournee, die anderen trafen sich gestern zur ersten „Leseprobe“, wie Drabek es nennt.

Er hat die Orchesterkompositionen für das Konzert am Dienstag, 23. Juni, geschrieben. Die Band-Reaktion auf seine Kompositionen sei sehr positiv gewesen. Übers Internet tauschten die Musiker rund um den Globus ihre Ideen und Noten aus. „Einige Lieder eignen sich besonders für eine Orchesterbegleitung, und ich hatte auch sofort eine Ahnung, welche Instrumente passen könnten, etwa Glockenspiel oder Harfe“, sagt der Dirigent und Arrangeur. Über die erste Probe zeigt sich Drabek recht zufrieden. Alles funktioniert. Am Konzertabend wird er den Dirigentenstuhl an Charles Olivieri-Munroe abgeben, der aus Prag anreist. Wegen einer Verletzung wird Drabek auch seine Bratsche nicht spielen, sondern den Abend aus dem Publikum verfolgen. „Das kann auch mal ganz interessant sein.“

15 Stücke werden im Musicaltheater mit Anastacia zusammen gespielt. „Apology“ und „Broken Wings“ zählen zu Drabeks Favoriten. Wer den zauberhaften Einstieg der Philharmoniker in „Broken Wings“ mit Harfe und Glockenspiel gehört hat, denkt prompt an Superlative, wenn er sich dazu Anastacias ausdrucksstarke und unverwechselbare Stimme vorstellt.

Musiker und Organisatoren können es kaum erwarten. „Insgesamt ist das ein riesiger Aufwand, den allerdings keiner der Beteiligten als Last empfindet“, sagt Event-Manager Jan Trautmann von „Bremen Events & Concerts“ begeistert. Er hat das außergewöhnlichen Konzert im Musicaltheater organisiert. „Die Band reist auf eigenen Wunsch einen Tag früher an, um noch am selben Abend gemeinsam zu proben“, erzählt er. Für einen optimalen Klang erhalte jedes Instrument ein eigenes Mikrofon, so dass am Ende 50 Kanäle am Mischpult ausgesteuert werden. Einen Tonträger mit diesem Konzert wird es aber nicht geben. „Das wäre rechtlich zu aufwendig“, sagt Trautmann.

Die Musiker nehmen den Auftritt gelassen. Technisch sei das für das Klassikorchester nicht „wahnsinnig schwer“, so Matthias Berkel. „Aber es wird großen Spaß machen.“ Während seine Kollegen nach der Probe ihre Instrumente einpacken, hört man es durch den Saal schallen: „Lasst sie einfliegen!“

Ganz so schnell geht es dann aber doch nicht: Das Konzert beginnt um 20 Uhr im Musicaltheater am Richtweg. Karten zu Preisen ab etwa 90 Euro gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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