DJ entwickelt Programme für Demenzkranke

Die Langzeit-Hits

DJ-Programme für Demenzkranke: Jürgen Ferber tritt heute auf dem Marktplatz auf. ·
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DJ-Programme für Demenzkranke: Jürgen Ferber tritt heute auf dem Marktplatz auf. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Musik: Beratungs- und Hilfsorganisationen wollen heute – wie berichtet – in der Bremer Innenstadt über das Thema Demenz informieren. Vorträge gehören ebenso zum Programm wie die Präsentation eines Handbuchs. Und zum Finale gibt es – Tanz.

Dann nämlich schlägt die Stunde von Jürgen Ferber. Der Bremer Redakteur und Musikmoderator arbeitet seit vielen Jahren als Disc jockey – so unter anderem im Gröpelinger Nachbarschaftshaus „Helene Kaisen“ (Beim Ohlenhof 10) und in Seniorenwohnanlagen. Seit 2007 bietet der DJ auch spezielle Tanzprogramme für Demenzkranke an – so auch heute Nachmittag um 15.45 Uhr auf dem Bremer Marktplatz.

Unterscheiden sich die Demenzprogramme von den anderen DJ-Programmen? Ja, denn Ferber spielt hier „nur Titel, die auf das Langzeitgedächtnis zielen“. Bei demenziell Erkrankten ist das Kurzzeitgedächtnis oftmals stark eingeschränkt, das Langzeitgedächtnis hingegen funktioniert vielfach noch gut. Zudem spielt Ferber „nur Hits“. Und: „Die Moderationen sind kürzer als sonst – nur zwei, drei Sätze.“

Ferber, der seine DJ-Programme „im Stil von Rundfunksendungen der 50er Jahre“ anlegt und moderiert, spielt für Demenzkranke Titel wie „Tanze mit mir in den Morgen“ von Gerhard Wendland und die „Capri-Fischer“. Letztere allerdings nicht in der Fassung von Rudi Schuricke, sondern in einer moderneren Version der „Flippers“. Ferber: „Damit kriege ich auch das Personal und die Angehörigen.“

„Im Grunde genommen kann man mich als Musikverrückten bezeichnen“, sagt Ferber. Sein DJ-Repertoire reicht vom Ufa-Schlager über Klassik und Operette bis zu Swing- und Beat-Musik. Bei den Programmen für Demenzkranke freut es ihn besonders, wenn er sein Publikum auf spezielle Weise erreicht – und zum Beispiel einen Zuhörer, der zunächst keine sichtbare Reaktion zeigte, plötzlich bei der Polonaise mitmacht.

„Ich bin vor jeder Veranstaltung aufgeregt“, sagt Ferber. Das dürfte heute Nachmittag auf dem Marktplatz nicht anders sein. Aber das sei schon in Ordnung mit dem Lampenfieber, so der DJ. Ferber: „Tony Marshall hat mal zu mir gesagt: Jürgen, wenn das weggeht, machst Du keine gute Arbeit mehr. Das Lampenfieber muss bleiben.“

· Diplomatie: Kümmert man sich um Themen, bespricht oder durchdenkt man sie gar? Nein, man „identifiziert“ sie. In der modernen Politikersprache jedenfalls. Aktuelles Beispiel: Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD) jedenfalls erklärte nach seiner Begegnung mit dem isländischen Staatspräsidenten Ólafur Ragnar Grímsson: „Ich bin beeindruckt von dem großen Interesse, dass der Präsident Bremen und Bremerhaven mit seinem Besuch entgegengebracht hat. Wir haben eine Fülle von Themen identifiziert, die geeignet sind, die Zusammenarbeit zwischen Island und dem Land Bremen nachhaltig zu vertiefen.“ Noch so ein Wort, das sich nachhaltig durchgesetzt hat in den Reden von Politikern (und nicht nur bei Politikern): „nachhaltig“.

Nun denn. Präsident Ólafur Ragnar Grímsson besuchte und besichtigte gestern Bremerhaven – die Seestadt im Kompaktkursus, sozusagen. Eine Fahrt durch das Containerterminal stand ebenso auf dem Programm wie die Polarforschung, die Fischereipolitik und der Hafenbau im Norden Islands – dabei ging es um Kooperationsmöglichkeiten via Bremenports. Direktorin Karin Lochte erklärte dem Gast die Arbeit des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Zudem sprach der Präsident mit Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz und dem Stadtverordnetenvorsteher Arthur Beneken (beide SPD).

Bei dem isländischen Hafenbauprojekt geht es auch um den Aspekt, dass sich die Schifffahrtswege in den kommenden Jahrzehnten durch den Klimawandel verändern werden.

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