Von Thomas Kuzaj

Das Landgericht wird zur Galerie

Merab Tschakvetadze.

Bremen - · Ein wohlüberlegtes, schlüssig begründetes und schön formuliertes Urteil kann Züge eines Kunstwerks tragen. Sonst aber findet die Kunst eher selten Eingang in Justitias Reich – es sei denn, sie ist Gegenstand der Verhandlung.

Und die vielen kunstvollen Verzierungen im und am Gebäude des Bremer Landgerichts sind natürlich auch so eine Ausnahme von der Regel der kunstlosen Justiz. Und nun gibt es noch eine Ausnahme. Das Bremer Landgericht nämlich wird zur Galerie. Am Montag, 29. März, beginnt dort um 17 Uhr am Nachmittag eine Ausstellung. Es spricht Karin Goldmann, Präsidentin des Landgerichts. Die Künstler sind anwesend.

Doch was gibt es zu sehen? Geschickt aufgetürmte Aktenberge? Spektakuläre Asservate? Kunstvoll geschneiderte Roben? Nein, nichts dergleichen. Bilder sind es, die das Landgericht präsentiert – keine Beweisfotos, sondern richtige Gemälde. Arbeiten der georgischen Künstler Merab Tschakvetadze und Zurab Kokaya.

Gerichtssprecher Dr. Enzo Vial: „Die Künstler haben als Ort für ihre erste gemeinsame Ausstellung in Deutschland bewusst das Landgericht Bremen gewählt, weil sie damit die langjährige Zusammenarbeit der Bremer Gerichte mit der georgischen Justiz würdigen möchten.“ Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren nämlich unterstützen Bremer Richter, Rechtspfleger und Mitarbeiter der Justizverwaltung – in Kooperation mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Handelskammer und der Senatskanzlei – die Staaten der früheren Sowjetunion im Kaukasus und in Zentral asien „bei der Schaffung rechtsstaatlicher Strukturen“. Gesetzentwürfe, Schulung von Gerichtspersonal, Aufbau von Verwaltungen – das sind einige Aspekte der Zusammenarbeit.

Die Ausstellung von Merab Tschakvetadze und Zurab Kokaya dauert bis Donnerstag, 1. April. Enzo Vial: „Tschakvetadze ist auf großflächige Malerei spezialisiert und hat in seinem Heimatland mehr als 30 Kirchen ausgemalt. Kokaya ist Mitglied des georgischen Parlaments. Er war vorher als Designer und Grafiker beschäftigt und ist neben seiner politischen Tätigkeit in Tiflis als freischaffender Künstler aktiv.“

Dass das Landgericht keine Galerie wie alle anderen ist, zeigt sich in diesem Hinweis des Gerichtssprechers: „Es wird um Verständnis dafür gebeten, dass die Sicherheitskontrollen am Eingang des Landgerichts auch für die Besucher der Ausstellung aufrechterhalten werden müssen.“ Andernorts ging das vielleicht als Kunst-Performance durch. . .

WWW.

landgericht.bremen.de

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