Landesverband des Kraftfahrzeuggewerbes legt Rekordbilanz für 2015 vor / „Der Diesel hat seine Fangemeinde“

Bremen Schlusslicht bei Elektroautos

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Karl-Heinz Bley bei der Bremer Bilanzpräsentation.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Bremer Kraftfahrzeuggewerbe bleibt „trotz neuer Rekorde vorsichtig“. So fasste Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbands, gestern die Bilanz für 2015 zusammen. Den Kraftfahrzeugunternehmen fehle in den wichtigsten Geschäftsfeldern Stabilität, hieß es. Die Betriebe haben im Land Bremen insgesamt etwa 5000 Beschäftigte.

Bremens Kraftfahrzeuggewerbe erwirtschaftete im vergangenen Jahr 1,21 Milliarden Euro aus dem Verkauf neuer und gebrauchter Personen- und Lastwagen sowie aus dem Service. Das war nach Verbandsangaben ein neuer Umsatzrekord. Rechnet man den privaten Handel hinzu, dann wurde im Automarkt an der Weser sogar ein Umsatzsprung von etwa elf Prozent auf insgesamt 1,62 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,5 Milliarden Euro) bilanziert.

Aber, so Bley weiter: „Ich zögere trotz der durchaus beeindruckenden Umsätze, dem Autojahr 2015 die Note ‚Gut‘ zu geben.“ Denn: „Dem Markt und der Konjunktur wurde durchaus geholfen, was sich im Endergebnis in einem kleinen Anteil der Privatkunden von lediglich einem Drittel zeigt. Sondereinflüsse, also auch Eigenzulassungen von Herstellern und Handel, haben betriebswirtschaftlich unvernünftige Höhen erreicht.“

Differenziert betrachtet, stieg der Neuwagenumsatz im Markt nach Bleys Angaben um 13,8 Prozent auf 735 Millionen Euro – davon Neuwagenumsatz in den Autohäusern: 463,5 Millionen Euro, ein Plus von 13,6 Prozent. Der Gebrauchtwagenumsatz im Markt stieg auf 555,7 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 13,1 Prozent entspricht. Der Service-Umsatz lag bei 233,1 Millionen Euro – ein Plus von vergleichsweise geringen 1,5 Prozent.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr an der Weser 76545 Autokäufe registriert, im Jahr zuvor waren es 70983 gewesen. Anteil der Neuwagen: etwa 25000. Bley: „Private Käufer tendieren immer stärker zu einem jungen, gut ausgestatteten Gebrauchten. Hersteller und Handel beliefern diesen Markt mit ihren Sondereffekten, sprich: Eigenzulassungen.“

Der Rückruf von vielen Millionen Fahrzeugen des VW-Konzerns werde „große logistische Herausforderungen für den Service“ bringen. Gleichwohl: „Wir uns einig, dass wir auf die moderne Dieseltechnik nicht verzichten können.“ Denn, so Bley: „Der Diesel hat seine Fangemeinde.“ Im vergangenen Jahr seien an der Weser 51,7 Prozent aller neuen Personenwagen Diesel gewesen. Und wie läuft es mit den alternativen Antrieben? Bley: „Die Enttäuschung des Autojahres 2015 ist das Zulassungsergebnis für Elektro-Pkw. 49 Stromer sind neu zugelassen worden.“ Dies habe den Länderanteil Bremens am Bundesergebnis auf 0,4 Prozent (Vorjahr: 1,15 Prozent) sinken lassen. „Der Automarkt an der Weser hat in diesem Segment die rote Laterne des Tabellenletzten“, so Bley weiter.

Von einem Kundenansporn durch Kaufprämien halten die Verbandsvertreter indes nichts. Der Fokus müsse auf dem Ausbau der Lade-Infrastruktur liegen. Abwärts sei es im Jahresergebnis auch bei den gasbetriebenen Personenwagen gegangen. 87 davon seien verkauft worden – 2014 waren es noch 121 gewesen.

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