60-Millionen-Projekt

Hamburger Projektentwickler baut auf Bundesbank-Areal

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Das frühere Gebäude der Bundesbank in Bremen steht seit Herbst 2015 leer. Bis dahin konnten die Bremer hier noch D-Mark-Bestände in Euro umtauschen. Dafür müssen sie inzwischen bis nach Oldenburg fahren.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Lage ist nicht nur zentral, sie ist auch ausgesprochen gut: Wenige Schritte zum Ostertor, wenige Schritte zum Fedelhören. Und noch viel weniger Schritte zur eleganten Contrescarpe und zum üppigen Grün der Wallanlagen. So residierte einst die Bundesbank, als sie in Bremen noch präsent war. Seit Herbst 2015 steht ihre frühere Niederlassung an der Kohlhökerstraße leer. Ein Hamburger Projektentwickler will hier jetzt Wohnungen bauen – ein 60-Millionen-Euro-Projekt, heißt es.

7 .000 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem die frühere Bundesbank-Niederlassung steht – ein einst für die Landeszentralbank errichtetes Gebäude aus den 80er Jahren. Das Hamburger Immobilienunternehmen Evoreal will den 80er-Bau abreißen. Evoreal ist bundesweit als Projektentwickler aktiv – und auf dem Bundesbank-Areal nun zum ersten Mal in Bremen, sagt Frank Stern, einer der Evoreal-Geschäftsführer. „Das Umfeld ist wunderschön“, schwärmt er von der Lage. Hinzu komme die Nähe zur Innenstadt.

Wie gemacht eben für ein schönes Wohnobjekt. Nachdem die Bundesbank ihr früheres Gebäude öffentlich ausgeschrieben hatte, beschäftigten sich die Hamburger mit dem Bremer Projekt. „Wir haben uns das angeguckt“, so Stern. Einhellige Einschätzung: „Lagemäßig hochspannend.“ Eigentumswohnungen seien nun geplant, Sozialwohnungen nach der in Bremen vorgeschriebenen Quote ebenfalls, heißt es.

Wettbewerb soll Januar 2018 starten

Und es wird auch recht bald losgehen mit den weiteren Vorbereitungen. Ein Architektenwettbewerb soll im Januar 2018 starten, so Stern gegenüber unserer Zeitung. Für April erwartet der Geschäftsführer die Ergebnisse. Ganz schön schnell. „Wir haben auch keine Zeit zu verlieren“, sagt Stern. „Zeit ist Geld.“ Ein Sprichwort, das zu kaum einem Bauprojekt besser passen dürfte als zu diesem. Schließlich wurde von hier aus einst der Bargeldfluss in Bremen gesteuert. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt soll hier Geld investiert werden. Man arbeite in Abstimmung mit Senatsbaudirektorin Iris Reuther, sagt Stern. Denkbar ist, dass bis zum Jahr 2022 alles fertig ist.

Es dürfte eine Baustelle werden, die so ihre Eigenheiten hat – was eben an der früheren Nutzung des Areals liegt. Unter dem Bundesbank-Bau liegt beispielsweise nicht nur eine Tiefgarage, sondern auch ein Luftschutzbunker. Hinzu kommt ein massiver Tresorraum – sehr gut abgeschirmt und 30 Quadratmeter groß. Früher lagerten hier Geldscheinpakete.

Bunker soll abgerissen werden

Wie all diese unterirdischen Gegebenheiten angegangen werden, kann Evoreal-Geschäftsführer Stern jetzt natürlich noch nicht sagen – es gibt ja noch keine Architektenpläne. Denkbar sei es aber, die unterirdischen Flächen zum Parken zu nutzen. Das dürfte auch nötig sein, denn in dem Quartier rund um Contrescarpe, Wallanlagen und Rembertiviertel gibt es Parkplätze schon jetzt nicht gerade im Überfluss. Stern plant, den Bunker abzureißen. Der Tresorraum wird wohl drinbleiben, so der Projektentwickler weiter. Die Gesamtkosten des Projekts beziffert Stern auf etwa 60 Millionen Euro.

Die Projektentwicklungsgesellschaft Evoreal wurde im Jahr 2009 von Benjamin Otto, Spross der Hamburger Versandhausdynastie, gegründet – und zwar gemeinsam mit einem weiteren Gesellschafter. Das Unternehmen ist nach eigener Darstellung unter anderem in Berlin, München und Frankfurt aktiv. Und natürlich in Hamburg. Nun kommt Bremen hinzu.

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